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Top Ten der längsten Romane Kings

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Im Zuge einer Werbekampagne für Stephen Kings Roman Die Arena (orig.: Under the Dome) wurde diese vom Autor kommentierte Top Ten seiner längsten Romane im Internet veröffentlicht.

Anmerkungen:

  • Nicht mit eingerechnet sind die Bände des Dunkler-Turm-Zyklus, die King als Einheit betrachtet und die somit jeden Rahmen sprengen würden.
  • Diese Top Ten richtet sich nach den englischen Originalausgaben; ob ES, das im Deutschen in keiner Komplettübersetzung vorliegt, auch in Deutschland Platz 2 innehätte, ist unklar.

Die Top Ten im Überblick:

Kings längster Roman

Platz 10: Bag of Bones

Kings Kommentar:

Ich wurde von Viking ausgebootet, weil Phyllis Grann von Putnam kam und Tom Clancy mitbrachte, der mehr Bücher verkaufte als ich. Bei Viking hatte man das Gefühl, dass sie nicht zwei Großverdiener unterstützen könnten. Und ich war derjenige, der gehen musste. Was Profit und Verlust betriff, hatte das sicherlich Sinn, obwohl Clancy etwas untergegangen ist. Aber die Leute, mit denen ich noch immer bei Scribner zu tun habe, waren Leute, die eher an dem Buch als an dem Ruf des Autors interessiert waren, zu diesem Zeitpunkt der Ruf eines Schundromanschreibers. Ich rechne ihnen das hoch an. In gewisser Weise rehabilitierten sie meinen Ruf.

Platz 9: The Tommyknockers

Kings Kommentar:

Ein gutes Beispiel für ein Buch, das ich vor langer Zeit schreiben wollte. Ich hatte die Idee von einem Typen, der über eine fliegende Untertasse stolpert, als ich im Abschlussjahr der Uni war. Nach 15 oder 20 Seiten hörte ich einfach auf. Ich weiß nicht mehr warum. Ich glaube, es war wie bei Under the Dome. Die Leinwand war einfach zu groß. Und deshalb brach ich es ab. Die Seiten waren Gott weiß wo. Jahre später kam mir die Idee erneut, und ich wurde davon einfach mitgerissen.
Ich erinnere mich daran, was ich dachte, als ich das Buch wieder aufnahm: "Ich habe da diese zwei Leute, und es gelingt ihnen, diese fliegende Untertasse auszugraben und zum Fliegen zu bringen. Dann entscheiden sie, Weltpolizisten zu werden, woraufhin sie entdecken, dass sie es total vermasseln, weil Macht korrumpiert und absolute Macht absolut korrumpiert." Am Ende aber kam es ganz anders.

Platz 8: Duma Key

Kings Kommentar:

Ich musste Duma Key vom Standpunkt eines Menschen aus erzählen, der nicht einmal eine Katze malen kann. Ich meine, ich könnte Ihnen eine Katze malen, aber Sie wüssten nicht, was es sein soll, bis ich es Ihnen sage. Somit war das ein Fall von Wunschdenken.
Wenn Desperation ein Buch voller Schmerzen und Traurigkeit war, ist Duma Key ein Buch, in dem es um Hoffnung geht, denn ich war voller Hoffnung, als ich es schrieb. Die beiden Bücher sind die zwei entgegengesetzten Enden meiner Genesung von meinem Unfall. Ich fühlte mich sehr viel besser, als ich Duma Key schrieb, und ich denke, das merkt man dem Buch an.
Anmerkung: Da Desperation 1996 entstand, Kings Unfall jedoch 1999 passierte, bleibt unklar, was er damit meint.

Platz 7: Dreamcatcher

Kings Kommentar:

Während ich dieses Buch schrieb, litt ich ununterbrochen unter Schmerzen. Ich konnte das Buch nicht am Computer oder an der Schreibmaschine schreiben. Ich saß in einem Stuhl mit in die Seiten gestopften Kissen, die besonders auf der rechten Seite unentbehrlich waren, wo meine Hüfte die ganze Zeit schmerzte und mein Unterschenkel in Flammen zu stehen schien. Ich schlief nicht sehr gut. Ich nahm viele Schmerztabletten, die nicht viel brachten. Und gleichzeitig riss mich das Buch hinfort, wenn ich daran schreiben konnte.
Ich hatte noch nie eine Geschichte gelesen, in der etwas Schreckliches geschieht, was man mit Badezimmern oder im Speziellen mit Ausscheidungsprozessen assoziiert. Und das wollte ich tun, weil mir klar wurde, dass wir in unserem Leben so viele schreckliche Nachrichten im Badezimmer erhalten. Entweder weil wir einen Knoten entdecken oder weil da auf einmal Blut in unserem Stuhlgang ist oder weil man in den Spiegel schaut und man auf einmal aufschreit: "Sch..., ich krieg eine Glatze!" All diese Dinge passieren im Badezimmer. Wenn man Menschen Angst einjagen will, hat man schon die halbe Miete, wenn man sie an einen Ort drängt, wo sie sich nicht verteidigen können. Nirgends ist man ausgelieferter als im Badezimmer, mit runtergelassenen Hosen.

Platz 6: Needful Things

Kings Kommentar:

Von all meinen Büchern, die lausige Rezensionen bekamen – und da gab es eine ganze Menge – muss ich sagen, dass ich bei diesem am meisten davon enttäuscht war, dass er bei den Kritikern durchfiel. Die Idee zu diesem Buch kam urplötzlich. Ich dachte: "Was wäre, wenn jemand in diese Stadt käme und all diese Leute zwingen würde, schlimme Dinge zu tun, Streiche zu spielen, um die Dinge zu bekommen, die sie wirklich wollten?"
Ich dachte, dass das, was dabei herauskam, eine Satire auf Ronald Reagans Ethos "Habgier ist gut, Konsum ist gut" war. Für mich war das eine urkomische Vorstellung. Und das Endergebnis war denn auch komisch, auf schwarzhumorische Weise. Das Buch parodiert in der Tat den amerikanischen Glauben, dass es gut ist, alles zu haben, was man will. Ich bin da anderer Meinung.

Platz 5: Desperation

Kings Kommentar:

Ich wurde religiös erzogen und wollte Gott in diesem Buch wirklich einmal Tribut zollen. Sehr oft ist Gott in Geschichten rund um das Übernatürliche eine Art Kryptonit oder so etwas wie Weihwasser gegen einen Vampir. Aber Gott als echte Kraft in unserem Leben ist viel komplexer. Und das wollte ich in Desperation vermitteln. Gott lässt die Guten nicht immer gewinnen.
Ich wollte immer schon ausdrücken, dass man die Vorstellung, dass Dinge nicht immer gut gehen müssen, akzeptieren kann, ohne auf Gemeinplätze wie "Gott hat einen Plan" oder "Das dient einem höheren Zweck" zurückfallen zu müssen. Es ist möglich, Schmerzen zu erleiden und dennoch an die Kraft des Guten im Universum zu glauben. Das heißt sicherlich nicht, dass sich jetzt jeder der "Ersten Gemeinsamen Kirche des Mein Gott ist Größer als Dein Gott" anschließen sollte. Genau darauf geht schließlich die Hälfte unserer Probleme zurück. Vielleicht mehr.

Platz 4: Insomnia

Kings Kommentar:

Wenn man einen Roman vorher durchplant, besonders wenn man versucht, ihn auf ein bestimmtes Ende auszurichten, weiß man, wie dieses Buch aufhören soll. Und wenn man dann spürt, dass das Buch eine andere Richtung einschlagen will, steuert man es auf eigene Gefahr auf diesen vorprogrammierten Kurs zurück. Das Buch sollte der Boss sein. Ich erinnere mich daran, dass ich dachte: "Du verdrehst das für deine eigenen Zwecke." Es war ein Buch, dass einen Bösewicht hatte, der so richtig durchdrehen wollte, aber ich ließ ihn nicht. Ich zwang ihn zu tun, was ich wollte. Und am Ende war es sogar für mich schwer, was ich da geschrieben hatte zu glauben. Und wenn ich selbst nicht alles glauben kann, wie kann ich das dann von den Lesern erwarten?

Platz 3: Under the Dome

Kings Kommentar:

Ich war wütend über die Inkompetenz. Offensichtlich bin ich Mitte links ausgerichtet, ich glaubte nicht, dass es eine Rechtfertigung für den Irakkrieg gab. Und damals, im Kielwasser von 9/11, erschien mir die Bush-Regierung wie ein verärgertes Kind, das die Straße entlanglief und denjenigen, der ihm in den Magen geschlagen hatte, nicht finden konnte und sich deswegen am erstbesten Verdächtigen ausließ. Manchmal können die absolut falschen Leute an der Macht sein zu einer Zeit, in der man die richtigen Leute braucht.
Vieles davon brachte ich in den Roman ein. Aber als ich anfing, sagte ich mir: "Ich möchte diese Bush-Cheney-Dynamik auf die Führer dieser Stadt anwenden." Somit ist Big Jim Rennie der Bösewicht des Stücks. Der andere Typ, Andy Sanders, ist mir ans Herz gewachsen. Er war nicht aktiv böse, nur inkompetent – und genau das dachte ich auch immer über George W. Bush.

Platz 2: IT

Kings Kommentar:

Ich weiß noch, dass ich damals viele Rezensionen über meine Werke gelesen habe, die mich als Horrorautor bezeichneten. Immer wieder fragte man mich: "Was passierte in Ihrer Kindheit, dass Sie jetzt solch schreckliche Sachen schreiben wollen?" Mir fiel nie eine passende Antwort darauf ein. Und ich dachte mir: "Warum schreibst du nicht eine endgültige Abhandlung über den Horror und stopfst alle Monster rein, vor denen jeder als Kind Angst hatte? Nimm Frankenstein, den Werwolf, den Vampir, die Mumie, die Riesenmonster, die New York in diesen B-Movies auffraßen. Nimm sie alle und steck sie da rein." Und ich dachte: "Wie stelle ich das an?" Und ich antwortete: "Nun, ich mach's wie in einem Märchen. Ich erschaffe eine Stadt, wo diese Dinge passieren und jeder sie ignoriert."
So kam es, dass ich zu meiner Frau Tabby sagte: "Ich will dieses Buch schreiben, aber wir leben auf dem Land und ich will über eine Stadt schreiben, eine ganze heimgesuchte Stadt, wir sollten also nach Portland oder Bangor ziehen." Und wir schauten uns um und ich wusste gleich, dass Bangor, sollte Tabby zustimmen, der richtige Ort wäre, denn es war eine greifbare Stadt mit einer echten Geschichte. Also ging ich einen ganzen Herbst lang dort umher und fragte die Leute, was sie über verschiedene Örtlichkeiten wussten, die ich in mein Buch einbringen wollte. Und ich hörte den Geschichten zu.
Wissen Sie, es war mir egal, was davon wahr war. Mir ging es darum, was die Leute glaubten. Mir ging es um die Geschichten, die von Generation zu Generation weitererzählt wurden. Und was mir von diesem Herbst am meisten im Gedächtnis geblieben ist, sind meine Spaziergänge über die zwei Friedhöfe Bangors, die sehr malerisch sind, aber dann geht man den Hügel hinunter und sieht all die verwelkten Blumen, die in den Gräben gelandet sind. Diese Gräben sind auf bis zu eineinhalb Metern mit Blumen voll. Der Gestank ist grausam. Und ich dachte: "Ja, das soll auch ins Buch."

Platz 1: The Stand (Uncut Edition)

Kings Kommentar:

Es nervte mich wirklich, dass so viele Kürzungen vorgenommen worden waren. Doubleday hatte damals aus drucktechnischen Gründen eine Obergrenze – ab einem bestimmten Moment fielen die Bücher einfach aus dem Leim. Und das hätte bedeutet, mein Buch in zwei Bänden auf den Markt zu bringen, und das wollten sie nicht. Also kam mein Verleger zu mir und meinte: "Du musst 400 Seiten rausstreichen. Nur deswegen. Es hat nichts mit der Qualität zu tun."
Später zeigte ich diese Seiten einem Verleger und der meinte: "Weißt du, wir könnten dieses Buch neu auflegen und als 'ungekürzte Version' vermarkten." Daraufhin setzte ich mich hin und schrieb das Buch noch einmal. Ich hatte das Manuskript auf der einen Seite meiner Schreibmaschine und die herausgerissenen Seiten auf der anderen. Ich fing ganz am Anfang an, brachte die Daten auf den neuesten Stand und schrieb neue Passagen. Aber wenn ich jetzt darüber nachdenke, fällt mir nur eins ein: "Was war das für eine Heidenarbeit!"
Als Robert Bloch starb, war das Einzige, was die Leute über ihn wussten, dass er Psycho geschrieben hat, ein Buch, das durch Alfred Hitchcocks Film berühmt geworden war. Und wann immer man mich vorstellt, bin ich der Typ, der The Stand geschrieben hat. Wenn mein Name im Internet fällt, dann zumeist in Verbindung mit H1N1: "Das war der Typ, der sich die Grippe ausgedacht hat!"

Quelle

Die Originalkommentare