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Wahn: Inhaltsangabe (Teil I): Unterschied zwischen den Versionen

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:Bald entwickelt Eddie eine Tagesroutine, die aus einem (allmählich immer länger werdenden) Strandspaziergang, weiterer Rehabilitationsgymnastik und Zeichnen besteht. Anfangs bekommt er noch von allen möglichen Leuten Emails, irgendwann hält aber nur noch Ilse Kontakt.  
 
:Bald entwickelt Eddie eine Tagesroutine, die aus einem (allmählich immer länger werdenden) Strandspaziergang, weiterer Rehabilitationsgymnastik und Zeichnen besteht. Anfangs bekommt er noch von allen möglichen Leuten Emails, irgendwann hält aber nur noch Ilse Kontakt.  
 
:Edgar ist völlig verblüfft von der völligen Einsamkeit: Auf der gesamten Insel scheinen nur noch zwei weitere Einwohner zu leben, die Eddie hin und wieder flüchtig sieht – eine Person in einem Rollstuhl, die von einer anderen Person betreut wird. Jack, der hin und wieder nach dem Rechten sieht, glaubt, etwas von einem schwelenden Rechtsstreit zu wissen, der die weitere Bebauung der Insel verhindert.
 
:Edgar ist völlig verblüfft von der völligen Einsamkeit: Auf der gesamten Insel scheinen nur noch zwei weitere Einwohner zu leben, die Eddie hin und wieder flüchtig sieht – eine Person in einem Rollstuhl, die von einer anderen Person betreut wird. Jack, der hin und wieder nach dem Rechten sieht, glaubt, etwas von einem schwelenden Rechtsstreit zu wissen, der die weitere Bebauung der Insel verhindert.
:Eigentlich aber interessiert Edgar sich nur für die Aussicht aus [[Little Pink]], wie er seinen zweiten Stock nennt, wo immer mehr Gemälde entstehen. Er malt alles Mögliche: von seinem Briefkasten, über die Fauna der Insel bis zu Muscheln – doch sein Lieblingsmotiv sind Sonnenuntergänge, von denen er nicht genug bekommen kann. Irgendwann  hat er das Bedürfnis, diesen Sonnenuntergängen etwas hinzuzufügen. So lässt er eine Pflanze über dem Meer schweben, später eine große Muschel.  
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:Eigentlich aber interessiert Edgar sich nur für die Aussicht aus Little Pink, wie er seinen zweiten Stock nennt, wo immer mehr Gemälde entstehen. Er malt alles Mögliche: von seinem Briefkasten, über die Fauna der Insel bis zu Muscheln – doch sein Lieblingsmotiv sind Sonnenuntergänge, von denen er nicht genug bekommen kann. Irgendwann  hat er das Bedürfnis, diesen Sonnenuntergängen etwas hinzuzufügen. So lässt er eine Pflanze über dem Meer schweben, später eine große Muschel.  
 
:Letzteres Bild findet er gelungen (wenn auch irgendwie unheimlich) und schickt es Dr. Kamen per Email. Der ist sehr begeistert und vergleicht es sogar mit den Werken [[Salvador Dalí]]s.  
 
:Letzteres Bild findet er gelungen (wenn auch irgendwie unheimlich) und schickt es Dr. Kamen per Email. Der ist sehr begeistert und vergleicht es sogar mit den Werken [[Salvador Dalí]]s.  
[[Bild:Dalí4.jpg|thumb|right|Dalís ''Lebendiges Stilleben'', Vorlage für das Cover von ''Duma Key'']]
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:Weihnachten steht vor der Tür, und seinen Kindern zuliebe stimmt er einer – natürlich von eben diesen Kindern initiierten – Einladung seiner Frau zu, die aber im letzten Moment abgesagt wird, als Pams Vater an Krebs erkrankt und betreut werden muss.
 
:Weihnachten steht vor der Tür, und seinen Kindern zuliebe stimmt er einer – natürlich von eben diesen Kindern initiierten – Einladung seiner Frau zu, die aber im letzten Moment abgesagt wird, als Pams Vater an Krebs erkrankt und betreut werden muss.
 
:Doch Ilse hat sich so auf ein Wiedersehen gefreut, dass sie beschließt, ihren Vater auf Duma Key zu besuchen, was dieser nur allzu gerne unterstützt. Allerdings hat er ein etwas ungutes Gefühl bei ihrer Email-Ankündigung, sie habe Neuigkeiten für ihn. Irgendwie führt dies zu einem Kribbeln in seinem (nicht mehr vorhandenen) rechten Arm, Phantomschmerzen, die ihn immer wieder zum Malen treiben. So auch diesmal: Er zeichnet einen jungen Mann mit einem Verlobungsring von Zales – so nennt Edgar das Bild auch, überzeugt, soeben Ilses "Neuigkeit" verewigt zu haben. Neben den Mann schreibt er das Wort "Hummingbirds" (wörtlich: "Kolibris").
 
:Doch Ilse hat sich so auf ein Wiedersehen gefreut, dass sie beschließt, ihren Vater auf Duma Key zu besuchen, was dieser nur allzu gerne unterstützt. Allerdings hat er ein etwas ungutes Gefühl bei ihrer Email-Ankündigung, sie habe Neuigkeiten für ihn. Irgendwie führt dies zu einem Kribbeln in seinem (nicht mehr vorhandenen) rechten Arm, Phantomschmerzen, die ihn immer wieder zum Malen treiben. So auch diesmal: Er zeichnet einen jungen Mann mit einem Verlobungsring von Zales – so nennt Edgar das Bild auch, überzeugt, soeben Ilses "Neuigkeit" verewigt zu haben. Neben den Mann schreibt er das Wort "Hummingbirds" (wörtlich: "Kolibris").

Aktuelle Version vom 13. Februar 2020, 11:38 Uhr

Inhaltsangabe zu Wahn (Teil I)

Zu Teil II der Inhaltsangabe geht es hier entlang.

Stephen Kings Roman Wahn ist unterteilt in 22 Kapitel und 12 Einschübe mit dem Titel Wie man ein Bild zeichnet (siehe auch Besondere Erzählstrukturen). Diese Inhaltsangabe umfasst alle Kapitel bis inklusive Kapitel 11.

Duma Key Cover Artwork.jpg

Wie man ein Bild zeichnet (I)

In diesen Einschüben beschreibt Ich-Erzähler Edgar Freemantle einerseits die Kunst, ein Gemälde zu erschaffen, auf der anderen Seite aber berichtet er von einem kleinen Mädchen, das ihn sehr fasziniert.
Wir erfahren, dass dieses "Mädchen" heute fast 90 Jahre alt ist und einst von einer Kutsche fiel, was in kompletter Amnesie endete. Doch das Mädchen kämpfte sich in die Welt zurück, indem es zu malen begann.

Kapitel 1: Mein anderes Leben

Edgar schreibt seine Erfahrungen vier Jahre nach seinem Unfall in einem mexikanischen Ort namens Tamazunchale auf. Er fackelt nicht lange und stellt sich innerhalb kürzester Zeit umfassend vor. Er ist ein selbständiger, schwerreicher Bauunternehmer in Minnesota, mit einer glücklichen Familie: Er liebt seine Frau Pamela und seine beiden Töchter Ilse und Melinda.
Doch eines Tages kommt ihm das Schicksal in Form eines zwölf Stockwerke hohen Krans in den Weg. Eddie sitzt in einem Pickup, als der Kranfahrer zurücksetzt und den Wagen übersieht. Als der Kran endlich anhält, ist Eddies anderes Leben zu Ende, denn seine Verletzungen sind massiv: Er hat schwere Kopfverletzungen und mehrere Knochenbrüche; vor allem seine rechte Hüfte und sein rechtes Bein sind betroffen. Und er verliert seinen rechten Arm. Sein einziges Glück: Er ist Linkshänder.
Abgesehen von den Schmerzen leidet Edgar am meisten darunter, dass sein Sprachzentrum in Mitleidenschaft gezogen wurde. Häufig fallen ihm einfachste Wörter nicht ein oder er benutzt falsche (wie etwa "Kumpel", als er nach dem Wort "Stuhl" sucht), was zu unkontrollierbaren Wutausbrüchen führt, die er vor allem an Pamela auslässt, die er sogar einmal mit einem Plastikmesser verletzt.
Während Edgar unter dem harten Regime der Physiotherapeutin Kathi Green die Hölle der Rehabilitation durchlebt, schenkt ihm sein Psychiater, Dr. Xander Kamen, eine Wutpuppe, der Eddie spontan den Namen Reba gibt und an der er stellvertretend seine Aggressionen auslassen soll. Tatsächlich gelingt es ihm mit ihrer Hilfe, sich Wörter schneller ins Gedächtnis zurückzurufen.
Aber alles hilft nichts: Pamela will die Scheidung. Dies kommt für Eddie nicht unerwartet: Ihr Sexleben war seit dem Unfall nicht mehr existent, immer wieder enden Diskussionen in Streitereien. Was ihn aber trifft ist ihr Vorwurf, er habe im Krankenhaus versucht, sie zu würgen, habe dies aber vergessen. Da Edgar äußerst vergesslich geworden ist, kann er ihr (und sich) jedoch das Gegenteil nicht beweisen.
Nach einem Besuch seiner beiden Töchter (Melinda ist extra aus Paris eingeflogen) sucht Eddie wieder Dr. Kamen auf, der ihm die beiden Tipps gibt, die sein Leben verändern werden: Edgar soll sein altes Hobby des Malens wieder aufnehmen und einem radikalen Ortswechsel eine Chance geben, Ordnung in sein Leben zu bringen. Bezüglich des Malens betont Kamen, Edgar brauche "Hecken gegen die Nacht".
Tom Riley, ein guter Freund Edgars und ehemaliger Mitarbeiter bei seiner Firma (er kümmerte sich um die Buchhaltung), vermittelt zwischen Pamela und Edgar: Edgar sollte bezüglich der Scheidung einen alten Bekannten, den Anwalt William Bozeman III (kurz Bozie) einschalten, doch Eddie will das Ganze außergerichtlich vom Tisch haben und macht ein äußerst großzügiges Angebot, das Pam nicht abschlagen kann.
Was den Ortswechsel betrifft, hat Edgar sich entschieden und aus Prospekten ein herrlich gelegenes Haus in Florida ausgesucht, das er für ein Jahr mieten will. Eine Fotografie fasziniert ihn sogar so, dass sie ihn zu einem ersten Bild inspiriert.
Er ist auf einem seiner letzten rehabilitierenden Spaziergänge in seiner Nachbarschaft, als die ihm flüchtig bekannte Mrs. Fevereau durch ihre Unachtsamkeit Gandalf, den Hund von Eddies Nachbarn, den Goldsteins, überfährt. Und das auch noch vor den Augen seines Frauchens, der kleinen Monica, die sich daraufhin vor Trauer und Entsetzen in Tränen auflöst und den noch lebenden Hund verzweifelt streichelt. Als ihre Mutter dazukommt, bittet Eddie sie, Monica mit nach drinnen zu nehmen, wo sie den Tierarzt anrufen sollen. Er will nicht, dass sie mit ansehen muss, wie Gandalf stirbt.
Weinend zieht Monica sich zurück, doch Edgar merkt, dass Gandalf wohl noch einige Zeit leiden wird. Er will nicht zulassen, dass Monica zurückkommt und Gandalf noch immer jammervoll im Sterben liegt. Eddie geht neben dem Hund ungeschickt zu Boden und packt seinen Kopf mit seinem einen Arm. Er will ihn erwürgen, um sein Leiden abzukürzen.
In diesem Augenblick kommen die Erinnerungen zurück: präzise Erinnerungen an den Ablauf des Unfalls und daran, wie er tatsächlich versuchte, Pam zu würgen. Als Eddie aus diesem tranceartigen Zustand wieder zu sich kommt, ist Gandalf tot. Hat Eddie ihn erwürgt? Er kann sich nicht erinnern; schlimmer noch: Er hat das Gefühl, dass wenn er ihn erwürgt hat, er dies mit Zuhilfenahme seines rechten Arms tat, was ihn noch mehr verwirrt.
Nach diesem Vorfall hat Edgar einen derartigen Hunger, dass er einen gewaltigen Hamburger fast roh verzehrt – und in der Nacht durchlebt er einen verstörenden Traum von einer auf Kindergröße angewachsenen Reba, die von einem Frosch mit Zähnen verfolgt wird.

Wie man ein Bild zeichnet (II)

Die Taschebuchausgabe aus dem Scribner-Verlag
Das Mädchen, das von der Kutsche fiel, lebte in den 20er Jahren. Ihr Unfall beeinträchtigte ihr Sprachzentrum (Broca-Zentrum), sodass sie sich nicht mehr ausdrücken kann. Sie lebt in einer großen Familie mit fünf Schwestern, ihrem Vater und dem schwarzen Kindermädchen Melda. Sie denkt von sich selbst als Libbit, weiß aber nicht genau, ob dies tatsächlich ihr Name ist.
Ihre älteren Schwestern heißen Maria und Hannah, doch Libbit kann sie nicht sonderlich leiden, hat sie nicht so gerne wie ihre Zwillingsschwestern und ihren Vater John.
Sie verzweifelt an ihrer Unfähigkeit, sich mitzuteilen, da die Wörter in ihrem Kopf ganz normal gebildet werden, jedoch unverständlich über ihre Lippen kommen. Endlich aber ist "Daddy" das erste Wort, das sie wieder deutlich von sich geben kann.

Kapitel 2: Big Pink

Eddie bricht am 10. November auf und landet schließlich wohlbehalten in Sarasota, Florida. Von dort bringt ihn ein junger Mann, Jack Cantori, nach Duma Key, eine der kleinen Inseln an der Küste.
Eddie ist sofort begeistert von dem über das Meer hinausragenden Haus mit der Nummer 13, das er für ein Jahr gemietet hat und das er der Farbe wegen sofort Big Pink tauft, auch wenn es als Salmon Point ausgeschildert ist. Mit Jacks Hilfe zieht er ein, ist aber so platt von der Anreise, dass er sich erst einmal gründlich ausschläft.
Jack hat sich um alles gekümmert: Der Kühlschrank ist voll, Computer und Fernseher angeschlossen. Doch Eddie will erst einmal sein neues Zuhause erkunden und ist sehr angetan von der Aussicht im zweiten Stock: Offenbar wurde von hier das Foto der Broschüre geschossen, das Eddie abgemalt hatte. Gerade geht die Sonne unter, und sofort wird Eddie von dem Wunsch übermannt, diesen Ausblick festhalten zu wollen, vor allem, weil er am Horizont ein malerisches Schiff sieht, das die Szenerie irgendwie perfekt zu machen scheint. So entsteht das Bild "Hallo", sein erstes Kunstwerk in Big Pink.
Danach meldet er sich bei Ilse (der Tochter, die er insgeheim immer schon bevorzugte) und unternimmt einen ersten Kurzspaziergang. In jener ersten Nacht weckt ihn ein seltsames Geräusch und ein erbärmlich juckender rechter Arm, der gar nicht mehr da ist. Eddie erkennt das Geräusch: Wasser unterspült sein Haus und wispert an den Muscheln entlang. Es wirkt beruhigend auf ihn, und er kann trotz der Phantomschmerzen schnell wieder einschlafen.

Kapitel 3: Neue Ressourcen

Bald entwickelt Eddie eine Tagesroutine, die aus einem (allmählich immer länger werdenden) Strandspaziergang, weiterer Rehabilitationsgymnastik und Zeichnen besteht. Anfangs bekommt er noch von allen möglichen Leuten Emails, irgendwann hält aber nur noch Ilse Kontakt.
Edgar ist völlig verblüfft von der völligen Einsamkeit: Auf der gesamten Insel scheinen nur noch zwei weitere Einwohner zu leben, die Eddie hin und wieder flüchtig sieht – eine Person in einem Rollstuhl, die von einer anderen Person betreut wird. Jack, der hin und wieder nach dem Rechten sieht, glaubt, etwas von einem schwelenden Rechtsstreit zu wissen, der die weitere Bebauung der Insel verhindert.
Eigentlich aber interessiert Edgar sich nur für die Aussicht aus Little Pink, wie er seinen zweiten Stock nennt, wo immer mehr Gemälde entstehen. Er malt alles Mögliche: von seinem Briefkasten, über die Fauna der Insel bis zu Muscheln – doch sein Lieblingsmotiv sind Sonnenuntergänge, von denen er nicht genug bekommen kann. Irgendwann hat er das Bedürfnis, diesen Sonnenuntergängen etwas hinzuzufügen. So lässt er eine Pflanze über dem Meer schweben, später eine große Muschel.
Letzteres Bild findet er gelungen (wenn auch irgendwie unheimlich) und schickt es Dr. Kamen per Email. Der ist sehr begeistert und vergleicht es sogar mit den Werken Salvador Dalís.
Dalís Lebendiges Stilleben, Vorlage für das Cover von Duma Key
Weihnachten steht vor der Tür, und seinen Kindern zuliebe stimmt er einer – natürlich von eben diesen Kindern initiierten – Einladung seiner Frau zu, die aber im letzten Moment abgesagt wird, als Pams Vater an Krebs erkrankt und betreut werden muss.
Doch Ilse hat sich so auf ein Wiedersehen gefreut, dass sie beschließt, ihren Vater auf Duma Key zu besuchen, was dieser nur allzu gerne unterstützt. Allerdings hat er ein etwas ungutes Gefühl bei ihrer Email-Ankündigung, sie habe Neuigkeiten für ihn. Irgendwie führt dies zu einem Kribbeln in seinem (nicht mehr vorhandenen) rechten Arm, Phantomschmerzen, die ihn immer wieder zum Malen treiben. So auch diesmal: Er zeichnet einen jungen Mann mit einem Verlobungsring von Zales – so nennt Edgar das Bild auch, überzeugt, soeben Ilses "Neuigkeit" verewigt zu haben. Neben den Mann schreibt er das Wort "Hummingbirds" (wörtlich: "Kolibris").
Aber noch ist der Drang nicht vorbei, und Eddie zeichnet sofort ein zweites Bild, diesmal das einer rothaarigen Frau in einem roten Kleid. Die Frau ist nur von hinten zu sehen, bedeutet aber Unheil, da ist sich Eddie sicher. Unheil für Ilse? Ist der Mann gefährlich für sie?
Ilse kommt; Jack bringt Eddie zum Flughafen, um sie abzuholen. Eddie sieht sofort den Ring am Finger seiner Tochter, die ihm auch gleich von Carson Jones erzählt. Und von Max Stanton, einem Nachbar ihrer Mutter, mit dem diese möglicherweise eine Affäre hat.
Davon jedoch will Eddie nichts wissen; Carson Jones ist ihm wichtiger. Er ist ein sehr religiöser junger Baptist, der in einem Gospelchor namens "Hummingbirds" auf Tour geht und in den Ilse Hals über Kopf verliebt ist. Als Ilse Eddie ein Foto von ihm zeigt, stockt Eddie der Atem; nicht weil Carson Jones seiner Zeichnung so ähnelt (damit hatte er gerechnet), sondern weil Eddie ihn exakt so wie auf dem Foto gemalt hat, in exakt dieser Pose und diesen Kleidern.
Zu Hause in Big Pink ist Ilse sofort interessiert an Eddies Zeichnungen und ist völlig von den Socken. So begeistert ist sie, dass sie ihren Vater dazu drängt, diese Werke jemandem zu zeigen, der sich wirklich damit auskennt – sie ist überzeugt, dass Eddie den Umfang seines Talents verkennt.
Auch Ilse zeigt sich überrascht von der Einsamkeit der Insel, ist aber sehr angetan von ihrer Schönheit und freut sich für ihren Vater. Gemeinsam wollen sie das Landesinnere entdecken und kommen im Auto an der Frau im Rollstuhl vorbei, die Eddie schon ein paar Mal aus der Entfernung gesehen hat. Sie wirkt uralt, raucht und scheint eine antike Waffe im Schoß zu haben. Doch sie winkt ihnen höflich zu.
Die Expedition wird zu einem Desaster: Um so weiter sie fahren, um so mehr juckt Eddies Arm – und auf einmal hat Ilse einen fast explosionsartigen Brechanfall, der sie zum Anhalten und dann zur Umkehr zwingt. Ilse schiebt es auf verdorbenes Essen; Eddie aber glaubt, dass etwas an der Insel dahinter steckt, kann dies aber nicht genauer definieren und sagt nichts.
Wieder zurück in Big Pink legt Ilse sich gleich hin, und Eddie tut etwas, wofür er sich später schämen wird: Er durchsucht ihren Geldbeutel nach weiteren Fotos von Carson Jones. Er findet eins, das ihn mit seiner Tochter zeigt, diesmal aber hat er kein besonderes Gefühl drohenden Übels. Erneut aber überkommt ihn der Drang zu malen und er ist stundenlang wie in Trance, während er arbeitet. Danach fällt er ins Bett.
Als er wieder zu sich kommt, ist Ilse schon auf sein neustes Werk gestoßen. Es zeigt ein Mädchen – beide identifizieren es gleich als eine Vermenschlichung der Puppe Reba –, das mit dem Rücken zum Betrachter in Tennisklamotten am Strand steht, während Dutzende Tennisbälle angeschwemmt werden. Ilse ist begeistert und will dieses Werk, "Das Spiel ist aus", für sich haben. Also schenkt Eddie es ihr.
Ilse verlässt die Insel und lässt sich von ihrem Vater nochmals versprechen, dass er sich darum kümmern wird, seine Bilder von einem Profi anschauen zu lassen. Zufällig kennt Jack eine Kunstgalerie namens Scoto und will sich für seinen Boss um einen Termin kümmern.
Zu Hause findet Eddie auf seinem Anrufbeantworter eine Nachricht von Elizabeth Eastlake, der alten Frau, die er zusammen mit Ilse gesehen hatte. Sie ist froh, dass Ilse weg ist, da Duma Key kein Ort für Töchter sei. Sie selbst freue sich darauf, Eddie bald einmal kennen zu lernen.

Wie man ein Bild zeichnet (III)

Das kleine Mädchen hat viele Geschwister; zwei davon sind die Zwillinge Tessie und Laura (Lo-Lo), die sie sehr gerne hat. Ihr fällt ihr eigener Name ein: Elizabeth. Sie wird immer hungriger nach dem Malen, ihrem Fenster in die Welt.

Kapitel 4: Freunde mit Zuwendungen

Bei einem längeren Strandspaziergang kommt Eddie in Rufweite seines Nachbarn, der mit einem frischen Eistee auf ihn wartet. Doch Eddie vertröstet ihn, noch ist er nicht so weit. Dies jedoch ist sein erster Kontakt mit Wireman.
Ihn beschäftigen nach seiner Zeichnung von Carson Jones andere Dinge. Im Internet sucht er nach unerklärlichen Vorkommnissen im Bezug auf fehlende Gliedmaßen, um sein eigenes Gefühl zu deuten, dass es sein rechter Arm ist, der will, dass Eddie malt. Er stößt auf allerhand interessante Geschichten und will ein eigenes Experiment wagen. Er schreibt Pam eine Email und bittet sie darum, ihm ihre alten Gartenhandschuhe zuzuschicken. Sie ist darüber etwas verwirrt, kommt seinem Wunsch jedoch nach.
Als er diese in Händen hat, versucht er etwas, was er im Internet gelesen hat: Er schließt die Augen und befühlt die Handschuhe mit seiner nicht vorhandenen rechten Hand. Tatsächlich spürt er sie ... mehr aber passiert nicht. Frustriert und verwirrt will Eddie sich etwas zu trinken holen, als er stolpert und seinen Fall mit dem rechten Arm bremst.
Natürlich ist da nichts, aber er hat seinen Arm gespürt und wird jetzt sofort von dem Wunsch gepackt zu malen. Er entwirft ein Bild, das er "Freunde mit Zuwendungen" nennen wird. Es zeigt seine Frau halbnackt auf dem Bett. Sie hat eine neue Rosentätowierung auf der Brust und am Fenster steht nackt Nachbar Max, im Türrahmen lehnt, ebenso nackt, Tom Riley.
Obwohl er dies alles nicht wissen kann, erfährt Eddie durch sein eigenes Gemälde die Wahrheit: Pam hatte eine Affäre mit Max, doch als dieser eine engere Beziehung suchte, scheute sie zurück und landete in den Armen von Eddies Buchhalter Tom. Eddie versucht, dieses Wissen zu verdrängen, da es ihn im Grunde nichts angeht und ärgert sich darüber, dass er seiner Ex-Frau hinterher spioniert hat.

Kapitel 5: Wireman

Endlich treffen sich Eddie und Wireman zu einem guten Glas Eistee am Strand. Sie kommen auf Elizabeth Eastlake zu sprechen, um die Wireman sich kümmert, und als Eddie sie die "Braut des Paten" nennt, bekommt Wireman einen derartigen Lachanfall, dass er von seinem Stuhl fällt. Das Lachen steckt Eddie an, der ebenso umkippt. Als dann auch noch der Sonnenschirm vom Wind erfasst davonwehen will, ist es um beide geschehen und sie lachen, bis sie Bauchschmerzen haben. So werden sie innerhalb weniger Minuten Freunde.
Wireman ist ein ehemaliger Anwalt, der – Eddie sieht eine Narbe am Kopf – ebenfalls eine Leidensgeschichte hinter sich hat. Wireman ist ein Ausbund an Zitaten und lockeren Sprüchen, die er oft mit spanischen Wörtern spickt; sein Lieblingswort ist dabei muchacho ("Junge"). Zusammen mit Elizabeth lebt er in dem "Heron's Roost" (Reihernest) genannten Haus, dem er selbst in Anspielung auf einen Film den Namen El Palacio de Asesinos" (Palast der Mörder) gibt.
Er berichtet Eddie, dass ganz Duma Key Elizabeth Eastlake gehört – offiziell zumindest die Nordhälfte, doch ihr Vater hat sein Testament derart verklausuliert, dass über die Besitzverhältnisse im Süden bis heute gestritten wird, was jegliche Baumaßnahmen vereitelt. Eddie stellt sich die Frage, warum John Eastlake dies wohl so wollte, wird aber abgelenkt, als er von Wireman erfährt, dass Salvador Dalí 1981 für drei Wochen in Big Pink war – Elizabeth hat sogar eine von ihm angefertigte Skizze.
Nach einem anstrengenden Rückweg erfährt Eddie, dass Jack sein Versprechen wahr gemacht hat: Eddie hat demnächst einen Termin bei Dario Nannuzzi, einem wichtigen Kunsthändler der Scoto Galerie. Nervös geht er nach oben, um sich zu überlegen, welche Bilder er ihm wohl zeigen möchte. Oben steht Tom Riley, blutbeschmiert, mit einem fehlenden Auge. Eddie stolpert und geht krachend zu Boden; als er sich wieder aufrichtet, ist Toms Geist verschwunden.
Eddie ist sofort überzeugt, eben eine Vision erlebt zu haben: Tom wird bald sterben. Mehr noch: Eddie ist sich ganz sicher, dass Tom beabsichtigt, Selbstmord zu begehen. Als er Tom zu erreichen versucht und von dessen Anrufbeantworter erfährt, dass er mit seiner Familie im Urlaub ist, ruft er stattdessen Wireman an. Er braucht jetzt jemanden zum Reden.

Kapitel 6: Die Dame des Hauses

Obwohl Eddie Wireman noch nicht lange kennt und ihn schwer einschätzen kann, erzählt er ihm alles, was ihm bisher auf der Insel zugestoßen ist. Er ist fast schon überrascht, dass Wireman ihm vorbehaltlos alles abnimmt; mehr noch, er gibt ihm den Tipp, seine Ex-Frau Pamela als Hebel gegen Tom Riley zu benutzen.
Nun ist es an Wireman, ein wenig zu erzählen. Er spricht von Elizabeth Eastlake, die an Alzheimer leidet und hin und wieder helle Phasen hat, die sich mit Perioden völliger Abwesenheit abwechseln. Alle ihre Geschwister sind verstorben; die älteren Zwillinge verschwanden 1927 (wahrscheinlich sind sie ertrunken); ihre Mutter starb zwei Monate nach Elizabeths Geburt. Die älteste Schwester, Adriana, ist schon damals mit einem Mann über alle Berge.
Endlich lernt Eddie die Lady des Hauses persönlich kennen. Er trifft sie im Wohnzimmer des palastartigen Prachtbaus, wo sie eine stattliche Sammlung Porzellanfiguren auf einem Tisch arrangiert hat, ein Arrangement, das sie "Porzellanstadt" nennt. Sie erweist sich als große Kunstliebhaberin und Fan der Talkshow Oprah – außerdem nennt sie in der Tat eine Skizze von Dalí ihr Eigen, die dieser in Big Pink entworfen hat.
Nachdem die Nettigkeiten ausgetauscht sind, fragt Elizabeth Eddie, ob er ihr wohl hin und wieder einmal Gedichte vorlesen könne. Sie liebe Gedichte, und Wireman habe zu große Probleme mit den Augen, um diesem Wunsch nachkommen zu können. Eddie willigt gerne ein und beginnt sofort mit einem ersten Gedicht.

Wie man ein Bild zeichnet (IV)

Alle sind 1926 von Elizabeths Bildern begeistert, auch das Kindermädchen Melda und der Arzt, der sich um Elizabeths Fall kümmert. Doch schon im Winter des Jahreswechsels macht sich bezüglich ihrer Werke eine gewisse Langeweile breit, sodass Elizabeth beginnt, ihren Gemälden einen surrealen Anstrich zu verpassen: Sie zeichnet Tiere, die übers Wasser gehen, auf dem Kopf stehende Vögel und grinsende Pferde.
Dieser Stilwechsel scheint es zu sein, der zu Veränderungen führt – etwas Dunkles findet seinen Weg zu Elizabeth ... und auf einmal beginnt ihre Puppe Noveen zu sprechen.

Kapitel 7: Kunst um der Kunst willen

Eddie kontaktiert tatsächlich Pam, um sie auf Tom Riley anzusprechen. Ohne Umschweife erklärt er ihr, dass er von ihrer Affäre weiß und den Verdacht hat, Tom könne über Selbstmord nachdenken. Pam geht sofort an die Decke: Dies sei eine Verschwörung zwischen Eddie und seiner Lieblingstochter Ilse. Eddie beteuert, Ilse wisse von nichts und trifft Pam, als er ihr von ihrer Rosen-Tätowierung erzählt, von der sonst niemand wissen kann.
Schließlich gesteht Pam, dass sie weiß, dass Tom gegen Depressionen Pillen nimmt und er in der letzten Zeit nicht mehr derselbe war. Eddie bittet sie, ihm mitzuteilen, dass sie Angst davor habe, er könne sich das Leben nehmen. Das wird ihn abhalten, da er versuchen wird, es – wie einst Eddie selbst das plante – wie einen Unfall aussehen zu lassen.
Später kommt Wireman nach Big Pink, um sich wie versprochen Eddies Gemälde anzusehen. Er ist augenblicklich hin und weg, seine charakteristische Unbekümmertheit wie weggeblasen. Unwillkürlich wird Eddie von dem Wunsch überfallen, Wireman zu malen, er weiß sogar schon, wie das Bild heißen wird: Anwalt mit Obst und Pistole.
Als Wireman geht, macht er sich sofort an die Arbeit und malt Wireman mit einer Pistole am Küchentisch sitzend, eine Obstschale mit Äpfeln und Orangen vor sich. Sein fertiges Werk anschauend, "erfährt" Eddie, was mit Wireman geschah: Aus Gründen, die Eddie noch nicht nachvollziehen kann, wollte Wireman sich das Leben nehmen, überließ die Entscheidung aber dem Schicksal: Er drehte mit geschlossenen Augen die Obstschale und griff blind nach einer Frucht. Würde er eine Orange erwischen, würde er einfach ins Bett gehen; bei einem Apfel würde er sich hier und jetzt erschießen. Er griff nach einem Apfel.
Am nächsten Tag holt Jack ihn ab, auch Wireman kommt mit, um Eddie moralisch zu unterstützen, denn es geht zur Scoto Galerie, wo Eddie einen Termin mit Nannuzzi hat. Schon das erste Bild, das Nannuzzi sieht, Rosen wachsen aus Muscheln, lässt ihn die Augenbrauen bewundernd hochziehen – und es wird immer besser. Verschiedene Kunden sind gerade in der Galerie, auch die Kunstmäzenatin Mary Ire ist anwesend, und alle äußern ihre Begeisterung, ein Kunde will sogar sofort eines der Werke kaufen, koste es, was es wolle.
Aber Nannuzzi rät zur Professionalität: Erst einmal müssten die Gemälde versiegelt werden (daran hatte Eddie nie gedacht), dann wolle Nannuzzi ihm einen Vertrag unterbreiten, den er nicht würde abschlagen können. Eddie ist fassungslos darüber, wie gut seine Zeichnungen auch in der Welt der Profis ankommen.
Bevor sie nach Hause fahren, essen sie in einem Restaurant zu Mittag, und auf dem Weg zum Auto und dann auch noch im Auto bekommt Wireman zwei Eddie komplett überrumpelnde epileptische Anfälle. Eddie ringt seinem neuen Freund das Versprechen ab, ihn bei einer gründlichen Untersuchung zu begleiten.
Auf seinem Anrufbeantworter wartet erneut eine Nachricht von Elizabeth Eastlake: Wieder warnt sie, er solle seine Töchter von Duma Key fernhalten; außerdem rät sie ihm, seine Bilder hier nicht anhäufen zu lassen, sondern sie von der Insel zu schaffen. Ihr letzter Satz ist zusammenhangslos und mysteriös: "Mein Vater war ein Sporttaucher."

Kapitel 8: Familienporträt

Es ist Februar, und die Wintergäste kommen auf die Insel. Für ihr Wohlergehen ist Wireman zuständig, der somit eine gute Ausrede hat, den Arztbesuch noch vor sich her zu schieben. Es kehrt ein beruhigender Alltag ein: Eddie liest Elizabeth vor und lernt ein paar Leute auf der Insel kennen. Er schreibt viele Emails, um Kontakte zu halten.
Irgendwann stellt er sich die Frage, ob es wohl Zufall war, dass seine Maklerin damals ausgerechnet Big Pink für ihn aussuchte, erfährt von ihr aber, dass es nach der Durchsicht verschiedener Prospekte seine Idee war, genau hierher zu kommen. Als hätte das Haus nach ihm gerufen ...
Später ruft ihn Pam an. Sie hat getan, was Eddie wünschte und steht jetzt bei Tom im schwarzen Buch: Er ging völlig an die Decke, bezeichnete sie als sich einmischendes Miststück, doch sie glaubt, er fühlte sich wirklich ertappt. Pam will die Wahrheit: Woher wusste Eddie davon? Also entscheidet er sich für die Wahrheit. Die klingt natürlich so verrückt, dass Pam kein Wort glaubt und erst recht überzeugt ist, er wolle Ilse in Schutz nehmen.
Wireman meint, er müsse Pam beweisen, dass er recht hat, um Ilse nicht in etwas hineinzuziehen, was ihr sehr wehtun könnte. Beweisen? Wie denn? Doch er weiß wie: Er malt Pam bei dem, was sie gerade jetzt tut: Sie liest ein Buch in ihrem Wohnzimmer ... und Eddie malt eine Katze, von der er nichts wusste. Sofort ruft er Pam an und sagt ihr das alles, um ihr zu verdeutlichen, dass seine Geschichte der Wahrheit entspricht. Aber er verängstigt Pam nur, die sich unter Beobachtung fühlt und ungläubig auflegt.
Während Wireman arbeitet, kümmert Eddie sich um Elizabeth, die gerade eine ihrer schlechteren Phasen hat. Wireman hat ihn aufgeklärt, sodass er weiß, was auf ihn zukommen könnte. Und in der Tat verlangt sie von ihm, dass er eine der Porzellanfiguren, die sie bereits in Papier eingewickelt hat, in eine Keksdose packt und im Goldfischteich versenkt. Eddie tut, was Wireman ihm aufgetragen hat: Die Dose nehmen und draußen einen Stein ins Wasser werfen, damit sie das Geräusch hört. Die Dose und die Figur müsse er aber behalten, da Elizabeth sie sonst schmerzlich vermissen würde, wenn sie wieder zu sich kommt. Dieses seltsame Ritual wird erst später seine wahre Bedeutung enthüllen.
Als Elizabeth schläft, bummelt Eddie durchs Haus und sieht im zweiten Stock ein riesiges Familienportrait, das John Eastlake mit seiner Großfamilie zeigt; Eddies Augen werden angezogen von dem offenbar sehr schweren Picknickkorb, den das Kindermädchen bei sich trägt ...

Wie man ein Bild zeichnet (V)

Elizabeth beginnt, Situationen zu malen, die dann auch tatsächlich passieren: Das Bild eines heruntergefallenen Kuchens führt direkt zu einem entsprechenden Malheur des Kindermädchens Melda.
Und dann malt Elizabeth – auf Geheiß der Puppe Noveen – einen gewaltigen Sturm, der über das Meer fegt; dieser tobt dann in der Tat und legt am Meeresgrund einen Schatz frei, nach dem Vater John tauchen soll. John glaubt kein Wort, will aber seinem kleinen Mädchen den Gefallen tun. Sie will nur eins: Dad wird eine kleine Porzellanfigur finden – und die möchte Elizabeth behalten.

Kapitel 9: Candy Brown

Nach einem sehr eindrucksvollen Traum beginnt Eddie einem Impuls folgend seine Bilderserie, die er später die Mädchen und Schiff-Serie nennen wird. In diesem Traum sieht er bei Sonnenuntergang ein Geisterschiff auf dem Meer, davor, in einem Rettungsboot, ein rothaariges Mädchen, das ein Kleid trägt, das einst Ilse gehörte. Am ersten Bild, Mädchen mit Schiff 1 (das Mädchen ist für ihn Ilse) malt er drei Stunden mitten in der Nacht.
Am folgenden Tag macht ein schrecklicher Mordfall in den Nachrichten Schlagzeilen. Ein kleines Mädchen namens Tina Garibaldi ist entführt und nur wenige Stunden später ermordet worden – was besonders für Aufsehen sorgt ist die Tatsache, dass der Täter bei der Entführung gefilmt wurde: Eine dort von ihm offenbar niemals vermutete Überwachungskamera zeichnete hinter einem Supermarkt auf, wie er Tina erst ansprach und dann mit sich riss. Als Eddie dieses Video sieht, ist er natürlich sehr aufgewühlt und gespannt auf den Ausgang des Falls.
Er flieht sich weiterhin in die Kunst und malt an seiner neuen Serie weiter. Auf dem zweiten Bild trägt Ilse Rebas Kleid, auf dem dritten ist das Schiff etwas anders gedreht, sodass die drei Buchstaben PER zu erkennen sind. Doch Wireman lenkt ihn mit einem besorgniserregenden Anruf ab: Er sehe auf einem Auge nichts mehr. Schnell schnappt Eddie sich ihn und sie fahren gemeinsam zum Arzt, während Jack auf Elizabeth aufpasst.
Die Untersuchungen ziehen sich lang hin, und Wireman wird mehrfach geröntgt. Auf dem Nachhauseweg ist Wireman soweit und weiht Eddie endlich in seine Geschichte ein, eine Geschichte voller verrückter Zufälle, die Wireman dementsprechend la lotería nennt. Sie beginnt mit einer Liebe aus heiterem Himmel, als Wireman ein Schadensersatzfall zugeteilt wird. Die junge, für einen Wanderzirkus arbeitende Mexikanerin Julia Taveres wurde von einer Schlange Einkaufswagen gerammt, die von einem betrunkenen Fahrer in Bewegung gesetzt wurde. Dabei brach Julia sich ein Bein, gewann aber den Fall und damit nicht nur viel Geld sondern in ihrem Anwalt Wireman auch einen Ehemann. Kurz darauf haben beide eine Tochter, Esmeralda, und alles scheint zu perfekt, um wahr zu sein.
Das Glück ist nicht von Dauer und wendet sich an einem furchtbaren Tag etwa drei Jahre nach Esmeraldas Geburt: Esmeralda verschluckt im Kindergarten eine Murmel und droht zu ersticken. Julia wird informiert und rast zum Krankenhaus, wobei sie bei einem Autounfall ums Leben kommt. Auch Esmeralda schafft es nicht – als Wireman von einer Geschäftsreise zurückkommt, ist er Witwer und hat auch noch seine Tochter verloren.
Schließlich kommt es zu der Szene, die Eddie durch das Gemälde bereits kennt: Wireman schießt sich in den Kopf – und überlebt. Eine Fehlzündung der Waffe schlägt ihn nur kurz K.O.; als Wireman wieder zu sich kommt, hat er starke Kopfschmerzen und blutet, aber das war es. So absurd es klingt: Er geht schon am nächsten Tag wieder auf die Arbeit, fällt dort aber zunehmend durch ein neues, exzentrisches Verhalten und schließlich durch einen epileptischen Anfall auf. Wireman wird vom Dienst befreit.
Eddie errät die entsetzliche Wahrheit: Die Kugel steckt noch in Wiremans Kopf und wird ihn durch ihre langsame Wanderung irgendwann töten; für eine Operation sitzt sie zu tief.
Zurück auf Duma Key wartet Elizabeth bereits auf Wireman; sie hat eine helle Phase, und Wireman weint sich vor Eddies Augen auf ihrem Schoß aus. Während er dies tut, sucht Elizabeth Eddies Blick und teilt ihm mit, er solle auf seinem Dachboden Ausschau halten nach einem roten Picknickkorb. Eddie versichert ihr, dass er das tun werde, glaubt jedoch, Elizabeth rede wirr.
Zu Hause will Eddie sich ablenken und schaltet die Nachrichten an. Der Entführer ist gefasst: George "Candy" Brown ist von einem Arbeitskollegen erkannt worden und war auf der Stelle geständig. Aber er hat einen der besten Anwälte: Royal Bonnier ist auf scheinbar aussichtslose Fälle abonniert und verspricht, Brown aufgrund seiner harten Kindheit für unzurechnungsfähig zu erklären.
Das macht Eddie so wütend, dass ihn wieder der Drang überkommt zu malen – diesmal zeichnet er die Szene nach, in der Brown Tina hinter dem Supermarkt entführte. Mit einem entscheidenden Unterschied ...
Wenig später ruft Wireman ihn an, ob er nicht zum Feiern rüberkommen wolle? Was es denn zu feiern gäbe? Nun, den Tod von Brown natürlich, schaue Eddie keine Nachrichten? :Tatsächlich: Brown ist in seiner Zelle gestorben. Eddie hastet zu seinem neusten Bild zurück und begutachtet es. Er hat Brown auf dem Bild ohne Nase und Mund entworfen und ist überzeugt: Er hat Brown getötet, da dieser plötzlich nicht mehr atmen konnte.

Kapitel 10: Das Champagnerglas Ruhm

Bei einem gemeinsamen Frühstück mit Wireman erfährt Eddie, wie dieser überhaupt dazu kam, sich um Elizabeth zu kümmern. Er wollte nach seinem Selbstmordversuch Buße tun und suchte eine wohltätige Arbeit, als er eine Anzeige in der Zeitung fand: Jemand müsse sich um Mrs. Eastlake und deren Häuser auf Duma Key kümmern. Wireman schlug zu und wurde sofort eingestellt.
Nun aber hat er Angst, er könnte noch vor Elizabeth sterben und will seinem Nachfolger alles aufschreiben, was ihren Tagesablauf bestimmt. Dies bestürzt Eddie sehr, sodass er heimlich eines der Röntgenbilder an sich nimmt und sich in Little Pink sofort daran macht, Wiremans Gehirn zu malen – ohne Kugel. Kurz darauf ruft Wireman an: Seine Kopfschmerzen sind erstmals seit jenem verhängnisvollen Tag weg.
Eddie gesteht, was er getan hat, wundert sich aber, dass Wireman noch immer Probleme auf dem einen Auge hat. Daraufhin bittet er ihn zu einem Ganzkörperportrait zu sich und beginnt sofort.
Eddies große Show steht bevor; Wireman besteht darauf, dass Eddie dazu so viele Leute wie möglich einlädt. Die Erste, die er fragt, ist Ilse, die sofort sehr begeistert von der Idee ist. Allerdings klingt sie nicht so gut – sie ist eifersüchtig auf eine der Sängerinnen der Hummingbirds, die zuviel Zeit mit ihrem Geliebten zu verbringen scheint, der natürlich bestreitet, dass da irgendetwas läuft.
Bald kommt Nannuzzi mit einem Partner und ist von den 41 Bildern, die Eddie ihm zeigen kann, derart begeistert, dass er ihm an Ort und Stelle einen Vertrag unterbreitet. Eddie bespricht diesen mit Wireman, und tatsächlich gibt es keine verfänglichen Klauseln: Nach wenigen kleinen Änderungen akzeptiert Eddie die Bedingungen und ist als Künstler voll im Geschäft.
Etwas verwirrt wird er allerdings von der Obduktion Candy Browns: Er ist an Herzversagen gestorben, nicht an Atemnot. Eddie wird nie erfahren, wieso dies so ist, glaubt aber weiterhin, dass er für diesen Todesfall die Verantwortung trägt.
Bald wartet ein weiterer Schock auf ihn, als Nannuzzi ihm klarmacht, dass Eddie selbst einen Vortrag über seine Gemälde halten soll – vor 200 ausgewählten Gästen. Eddie hält das für völlig verrückt, versteht er doch rein gar nichts von Kunst, aber Nannuzzi insistiert.
Somit flieht Edgar wieder in seine Welt des Malens und vervollständigt Wireman blickt nach Westen in einem derart tranceartigen Zustand, dass er sich sogar sicher ist, im Licht der Blitze eines draußen tobenden Sturms immer wieder einmal seinen rechten Arm zu sehen, blass und mit schlaffen Muskeln ...
Als das Bild fertig ist, taumelt er aus seinem Arbeitszimmer – und stellt fest, dass er nicht allein ist: Zwei kleine Mädchen stehen am Fuß der Treppe, eindeutig Elizabeths tote Zwillingsschwestern, zwei Wasserleichen, die auf Eddie zukommen, der darüber in Ohnmacht fällt.
Es ist das Klingeln des Telefons, das ihn wieder zu sich kommen lässt – Wireman ist dran und ist ganz außer sich: Er kann wieder auf beiden Augen sehen (siehe auch Wunderheilung).

Wie man ein Bild zeichnet (VI)

Elizabeth führt ihren Vater zu dem Schatz, den der Sturm am Meeresboden freigelegt hat. Tatsächlich findet er einigen antiken Krimskrams und kommt sogar in die Lokalzeitung – und Elizabeth bekommt die gewünschte Porzellanfigur, die tatsächlich Teil des "Schatzes" war.

Kapitel 11: Blick von Duma Key

Wireman und Eddie treffen sich, und sofort stellt Wireman ihm einen Blankoscheck aus: Was immer er für ihn tun könne, um sich für seine Heilung zu revanchieren, sei gebongte Sache. Und als Wireman sein Portrait sieht, ist er erstmals in seinem Leben tatsächlich sprachlos.
Es ist nicht Eddies jüngstes Gemälde, denn schon hat er Mädchen und Schiff 7 fertig, auf dem das Schiff soweit gedreht ist, dass er den Namen Perse lesen kann. Das Rettungsboot, in dem das Mädchen sitzt, schwimmt in einem Meer roter Rosen, dennoch (oder gerade deshalb?) wirkt das Bild beunruhigender als jedes zuvor.
Bei ihrem nächsten Treffen wartet Wireman mit einer Überraschung auf, die Eddie zuerst sehr wütend macht, dann aber im Nachhinein doch erfreut: Da Eddie selbst keinerlei Anstalten machte, sich darum zu kümmern, hat Wireman mit Pamelas Hilfe die Organisation seiner Bilderpräsentation in die Hand genommen und Einladungen verschickt. Mehr noch: Hotelzimmer für die Gäste sind reserviert, für Melinda und deren Freund ein Flieger gebucht.
Erst ist Eddie über diese Einmischung erbost, beruhigt sich aber recht schnell wieder und bringt es sogar über sich, Pam telefonisch für ihre Hilfe zu danken. Bei diesem Telefonat erfährt er auch, dass es Tom Riley wieder gut geht und er glaubt, Pam sein Leben zu verdanken.
Nun ruft er seine beiden Töchter an, um sie auch persönlich offiziell einzuladen.
Doch vor dieser großen Präsentation, die er Die Aussicht von Duma nennen will, muss Eddie erst einmal den Vortrag hinter sich bringen. Anfangs glaubt er, angesichts der erwartungsvoll dreinblickenden Zuschauer, die alle hundertmal mehr von Kunst verstehen als er, keinen Ton herauszubringen, doch als er erkennt, wie begeistert sie alle schon vom allerersten Dia sind, fällt es ihm leichter. Dann sieht er, dass Xander Kamen lächelnd in der ersten Reihe sitzt, und schon geht ihm der Impromptu-Vortrag erstaunlich locker von den Lippen.
Danach hat er kurz Gelegenheit, ein paar persönliche Worte mit Kamen zu wechseln, der ihn jedoch unfreiwillig zutiefst schockt; er hat ein harmlos gemeintes Geschenk dabei: eine weitere Wutpuppe. Nun hat Eddie zwei. Wie Zwillinge. Er wundert sich kaum noch, als Kamen ihm gesteht, dass dieses Geschenk im Grunde Ilses Idee war.
Er nimmt sich spontan etwas fest vor: Niemals wird er zulassen, dass Ilse und Melinda gemeinsam einen Fuß auf Duma Key setzen. Diesen Vorsatz, so erfährt man bereits, wird er nicht brechen.


V E Artikel über Wahn
RomanInhaltsangabe (Teil I und Teil II) • VerknüpfungenRezensionen • Coverpage
Charaktere: Royal BonnierCandy BrownJack CantoriFamilie Eastlake (Adriana, Elizabeth, Maria und Hannah, John, Tessie und Lo-Lo) • Familie Freemantle (Edgar, Ilse, Melinda, Pam) • Tina GaribaldiKathi GreenMary IreXander KamenMelda-LouDario NannuzziNoveenEmery PaulsonPerseRebaTom RileyJerome Wireman
Orte: Big PinkDuma Key, FloridaHeron's RoostLake PhalenSarasota, Florida
Sonstiges: AliceEdgars KunstwerkeEdgars UnfallElizabeths KunstwerkeErinnerungPerses Opfer