+++ Warnung! Dieses Wiki ist voller Spoiler. Lesen nur auf eigene Gefahr! +++

Änderungen

Aus KingWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Das Institut: Rezension

3.525 Byte hinzugefügt, 10:11, 20. Jul. 2022
keine Bearbeitungszusammenfassung
Fazit: Ein spannender Roman in guter alter King-Tradition, allerdings mit zu vielen Versatzstücken, die King uns als neu untermogeln will.
 
==[[Benutzer:Jimla|Jimla2]] (3 / 5)==
 
''[[Feuerkind]]'' ist einer der wenigen Romane von Stephen King, die ich noch immer nicht gelesen habe. Bei Zeiten muss ich das wirklich mal nachholen. Trotzdem hat auch mich die Handlung von Das Institut sofort an ebendiesen Roman denken lassen, obwohl ich davon nur den Klappentext kenne.
''[[Das Institut]]'' funktioniert ähnlich wie sämtliche jüngeren Werke von Stephen King. An Spannung mangelt es kaum, aber je näher der Roman seinem Ende zugeht, desto weniger Lust hatte ich weiterzulesen. Das ist mir bereits bei ''[[Finderlohn]]'', ''[[Mind Control]]'' und zuletzt ''[[Der Outsider]]'' ähnlich gegangen. Stephen King betätigt sich zu sehr im Krimi-Bereich, und das ist nun einmal nicht das, wofür ich (und wohl viele andere Dauerleser) ihren Lieblingsautor schätzen.
Zumal ''[[Das Institut]]'' vielen davon enthält, was Stephen King so gut macht. Allein die Einführung, die Tim Jamieson auf seinen Roadtrip in die Stadt DuPray begleitet und das nächtliche Leben in dieser Kleinstadt schildert, zeugt von seiner großen Erzählkunst.
In der Haupthandlung um den übertrieben intelligenten (im Ernst – warum muss immer derart über das Ziel hinausgeschossen werden) zwölfjährigen Luke Ellis fackelt King nicht lange und lässt den Jungen alsbald entführen. Die Zeit, die er im sogenannten Vorbau des Instituts verbringt, stellt den befriedigendsten Handlungsstrang des Romans dar. Zwar werden schnell viele Zusammenhänge klar, doch um den ominösen Hinterbau ranken sich vorerst allerlei düstere Gerüchte, die (auch vom Leser) ergründet werden wollen. Mit Lukes Mitgefangenen Kindern führt King einige liebenswerte Charakter ein.
Mit Luke Ellis‘ Flucht nimmt ''[[Das Institut]]'' vorübergehend die Rolle eines Abenteuerromans ein, ehe der große Showdown folgt, der – wie so oft bei King – sehr stromlinienförmig abläuft.
Wie ordne ich den Roman nun ein? Über weite Strecken liegt hier ein wahrer Pageturner vor, aber zu keinem Zeitpunkt hatte ich das Gefühl einen großartigen Roman von Stephen King in den Händen zu halten. Zudem ist das Verhalten der Kinder bisweilen unglaubwürdig. Meiner Meinung nach müssten die Kinder deutlich traumatisierter oder zumindest aufgewühlter sein. Sie wurden entführt und in ein Institut mit lächerlich grausamen Erwachsenen gebracht, die offenbar eine helle Freude daran haben Kinder zu erniedrigen und zu foltern (das alles natürlich nur zu einem guten Zweck …). Zwar lässt King seine jungen Protagonisten dann mal kurz weinen, aber kurz darauf amüsieren sie sich wieder beim Völkerballspielen am Spielplatz und ziehen sich Zigaretten oder Alkopops aus dem Automaten (was soll das bitte?). Die Betreiber des Instituts machen sich die Mühe, das Zimmer der entführten Kinder genau so einzurichten wie deren Zimmer zu Hause, um sie leichter „einzugewöhnen“, schrecken dann aber wie gesagt nicht vor extremen Grausamkeiten zurück. Am absurdesten an der Handlung ist Kings Erklärung für den Sinn des Instituts: ohne die paranormalen Fähigkeiten der Kinder wäre die Erde schon mehrfach in einem Atomkrieg zerstört worden. Da die Erde noch steht, muss es seiner Meinung wohl wirklich solche Institute geben, da sich die blöde Menschheit sonst schon längst gegenseitig ausgerottet hätte. Naja. Sollen sich die mal um Putin kümmern.
Fazit: Ein spannender Roman, der mir an vielen Stellen zu unglaubwürdig erscheint und bei dem der große Showdown mal wieder der langweiligste Teil ist.
19
Bearbeitungen

Navigationsmenü