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Carrie: Rezension

4 Byte hinzugefügt, 23:55, 5. Mai 2016
Tiberius (5 / 5)
Das Ganze erinnert ein wenig an ''[[Amok]]'', den er aus Sicht von [[Charlie Decker]] in etwa um die gleiche Zeit schreibt. In beiden Werken sehen wir den enormen Aufwand, den es für manche Schüler bedeutet, einfach nur normal zu sein, normal erwachsen zu werden. Und zwei Möglichkeiten, wie sie scheitern. In ''Carrie'' verstärkt King die scheinbare Ausweglosigkeit, in dem er Carrie White als Spielball zweier extrem unterschiedlicher Welten darstellt. Der fanatischen Margaret White auf der einen Seite, und der Schüler und ihren Eltern auf der anderen.
Carries Mutter ist in ihrer eigenen fanatischen Welt gefangen. Christ zu sein reicht nicht aus, denn auch die Baptisten und Methodisten seien gottlos. Jegliche Andeutung von Sexualität sieht sie als Spiegelbild von Evas Sünden im Paradies, die sie zu verhindern versucht. In ihrem Wahn ist sie sich zu keinem Zeitpunkt bewusst, dass das, womit sie Carrie schützen will, ihrer Tochter zu großem Unglück verhilft. Ihr Wahn ist schlussendlich ihr Todesurteil und die Art und Weise wie sie stirbt zeugt vor allem von Kings großer Abgebrühtheit, denn es ist der erste Tod des Romans, der über mehrere Zeilen ausgestreckt wird.
Man kann sich wahrscheinlich ausgiebig über die Symbole auslassen, die King im Roman einstreut. Das wiederkehrende Motiv des Blutes im Gegensatz zu Carries Nachnamen. Die Tatsache, dass die Eltern der Kinder zum großen Tiel sterben, die auf dem Abschlussball Carrie auslachen. Dass King ausschließlich den Sex als positiv beschreibt, den Sue Snell mit ihrem Freund hat, nachdem sie Reue gegenüber Carrie zeigt. Doch in meinen Augen gehört das in den ''Prototypenbereich'' dieses Romans. King war mit Mitte 20 noch nicht soweit. Viele dieser Dinge wirken noch etwas ungelenk. Wenn er versucht, in die Gedankenwelt einer jungen Frau vorzudringen habe ich eher das Gefühl eines Spanners (Harte Brustwarzen einer 16-jährigen sind nicht gerade leichtes Lesematerial) und auch die Einschübe wirken an manchen Stellen zu gewollt. Als würde jemand eine Abkürzung suchen und sich nicht die die Zeit nehmen, ein Thema ernsthaft in den Text mit hineinzuarbeiten.

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