Ein herzliches Servus an alle King Fans da draußen!

Ich bin dem Phänomen "Stephen King" tatsächlich erstmalig in den 80ern über den Trailer zum Film ES auf Sat. 1 begegnet - ich durfte mir den Film nicht ansehen und war dementsprechend neugierig. Ein paar Jahre später habe ich ES als ersten King-Roman gelesen und bin seither ein großer Fan. Mit dem Erscheinen von Die Arena begann ich dann, Kings Werk zu sammeln und habe mittlerweile eine recht ordentliche Sammlung beinander - darunter einige Erstausgaben und insbesondere auch Amok, das gar nicht leicht zu kriegen war.

Meine Lieblingsgeschichten von King heraus zu sortieren fällt mir nicht leicht - es gibt viele die ich mag und nur wenige, die ich nicht mag. Vermutlich dürfte meine TOP-10 Liste in etwa so aussehen:

  1. ES
  2. Tommyknockers
  3. Schlaflos
  4. Sara
  5. Pin Up
  6. Die Leiche
  7. Wahn, Das heimliche Fenster, der heimliche Garten, Langoliers, Love (Mich da irgendwie zu entscheiden würde mir nie einfallen)
  8. Der Anschlag
  9. Atlantis
  10. Der Rest. Bis auf...


Tatsächlich gehöre ich wahrscheinlich zur kleinsten Minderheit der KingFans, denn ich kann weder mit dem Dunklen Turm, noch mit The Stand etwas anfangen. Ersteres finde ich sprachlich grauenhaft und annähernd unlesbar, letzteres ist mir zu platt und langweilig, insbesondere das Ende finde ich hier richtig doof. Aber gut, das ist nur meine Meinung.

King'sche Verfilmungen scheinen oftmals die Regel zu zelebrieren, dass ein Film okay bis gut sein muss - bis das Monster kommt, dann liegt das Grauem im Spezialeffekt. Davon gibt es natürlich Ausnahmen; positive wie Der Nebel oder 1922, die praktisch durchwegs gigantisch sind und negative wie Golden Years oder Rhea M., die einfach immer schlecht sind. Richtig brachial zelebriert wird diese Regel in so Klassikern wie dem originalen ES (ich dachte, ich spinne!), Langoliers (mir fiel glatt das Kinn runter) oder auch in Tommyknockers (Bitte warum ist das Vieh überhaupt da?). Das geht auch in neu: Die Verfilmung von Duddits wirkt wie ein Klassiker, weil in dem Fall nicht die Aliens, sondern Duddits selbst so grotesk schlecht eingebaut wurde (Mal ganz davon abgesehen, dass dieser "Twist" so ziemlich der dümmste Einfall gewesen ist, der je einem Drehbuchautoren bei einem Joint gekommen sein dürfte...).

Als Horror-Autoren nehme ich King gar nicht so wahr - gerade Geschichten (und auch die meisten Verfilmungen derselben) wie Green Mile, Die Leiche oder Pin-Up haben für mich nix mit Horror zu tun; Ich grusele mich eigentlich auch nicht bei 1922 - der Film dürfte schuld daran sein, dass ich endgültig zum Fan von Thomas Jane geworden bin - über die Ratten, sondern eher über die Menschen. Überhaupt hat der Horror von King für mich viel mehr mit den Menschen zu tun, die er da beschreibt - Typen, die in den goldenen 80ern Randexistenzen waren und mittlerweile dank Internet zusammengefunden haben.

Was ich an ihm - und auch an den Übersetzern größtenteils - bewundere, ist die Sprache. Darauf werde ich in einigen Rezensionen eingehen aber King schafft es vielen Figuren eine eigene Sprache zu geben, wodurch die sehr lebendig werden und ihre Glaubwürdigkeit gewinnen. Sei es Edgar Freemantle ("Sagt Wireman", "vielleicht sí, vielleicht no") oder Wireman selber mit seinem Pigdin-spanisch in Wahn, Jim Gardener ("Gard-alter-Gard") in Tommyknockers oder auch Bill Denbrough ("Hey-yo Silver, loos!") in ES, alle haben ihre eigene Sprachwirklichkeit, die sie als Personen nahbar und irgendwie echt machen, wenn Ihr versteht. Das ist ein Bool!