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Ein Gesicht in der Menge: Rezension: Unterschied zwischen den Versionen

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(Rezension)
 
(Horaz Klotz (4 / 5))
 
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Fazit: Eine nette, kleine Story. Und für deutsche Sammler ein schönes Hardcover, wenn man denn auch stolze 8 € fur die Kurzgeschichte bezahlen will.  
 
Fazit: Eine nette, kleine Story. Und für deutsche Sammler ein schönes Hardcover, wenn man denn auch stolze 8 € fur die Kurzgeschichte bezahlen will.  
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==[[Benutzer:Horaz Klotz|Horaz Klotz]] (4 / 5)==
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Geschichten um das Thema Tod sind für mich immer ein Drahtseilakt. Immerhin geht es hier um nicht weniger als eine der großen Menschheitsfragen. Wenn man da zu viel preisgibt, zu viel entzaubert verliert nicht nur die Story sondern der ganze Kosmos in dem sie spielt an Tiefe. Als Autor braucht man schon verdammt gute narrative Gründe um sich um dieses Problem herumzuschreiben - und auch ein King schafft das meistens nicht. Mich konnten weder das bizarr-pompöse Jenseits in ''Revival'' noch die Bürokratie-Mühle in ''Leben nach dem Tod'' überzeugen - wobei letztere immerhin nur Aufhänger für eine kleine Kurzgeschichte war und nicht einen ganzen - bis dahin wirklich gelungenen - Roman verhunzt hat. Dementsprechend misstrauisch war ich als klar wurde worauf ''Ein Gesicht in der Menge'' hinauslaufen würde. Aber King und O'Nan halten sich zurück - der Tod bleibt das ewige undurchdringliche Geheimnis, nur der Sterbeprozess unseres einsamen Protagonisten wird ein bisschen metaphysisch aufpoliert. Und das funktioniert gar nicht schlecht.
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Mit Dean Evers haben wir auch wieder einen Protagonist wie ich ihn mir wünsche. Rational genug, um nachvollziehbare Entscheidungen zu treffen aber schnell bereit den Spuk zu akzeptieren, den ihm die Autoren vor die Nase setzen. Hätte er mehr dagegen angekämpft, zum Beispiel seinen Fernseher verschrottet, anstatt sich immer nur zu schwören ihn heute Abend mal nicht einzuschalten, hätte das nicht nur den Rahmen der Kurzgeschichte gesprengt sondern auch unnötig von den Rückblenden abgelenkt. Und auch hier findet die Geschichte meistens ein gesundes Mittelmaß aus Horror und Alltag. Die Geschichten um Evers' Klassenkameraden und Geschäftspartner sind gerade spannend genug um über ein paar Seiten zu fesseln, aber nicht so klischeehaft dramatisch, dass sie zu sehr vom mondänen Witwer-Leben ablenken. Außerdem gelingt es so ziemlich gut, unserem Protagonisten ein paar Charakterzüge auf den Leib zu schneidern, obwohl er in der Geschichte selbst ja nicht wirklich viel zu tun bekommt. Dabei rechne ich es den Autoren ziemlich hoch an, dass  Evers einige Schwächen spendiert bekommt aber trotzdem nicht in eine karmische Wiedergutmachungsschiene rutscht. Für mich wird er nie zum bösen Alten, der auf den letzten Metern von den Geistern der Vergangenheit bekehrt wird. - Er bleibt ein Mensch, der wie jeder andere Entscheidungen getroffen hat, die er inzwischen bereut. Nur das er die Chance bekommt sich noch einmal mit ein paar Menschen auszusprechen, denen er übel mitgespielt hat.
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Wenn man dann ahnt in welche Richtung die Story läuft, liegt man ziemlich wahrscheinlich richtig. King und O'Nan haben keine großen Überraschungen mehr parat, sondern lassen die Handlung zielstrebig auf das Ende zusteuern. Das mag manche stören, ich finde es bei einer Geschichte über die Gewissheit des Sterbens eigentlich ganz passend. Außerdem hat es eine gewisse schaurige Komik wenn Evers ein Taxi nimmt um sich selbst im Stadion zu erwischen oder mit seinem Golfkumpel über den eigenen Tod plaudert. Das Schlussbild als er umgeben von Toten auf der Tribüne sitzt und sich fragt was wohl als nächstes passiert, fängt die mystische Grundstimmung noch einmal ziemlich perfekt ein und endet gerade rechtzeitig, um dem Tod seine Geheimnisse zu lassen.
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Fazit: Eine kleine nette Geschichte über ein großes ernstes Thema, die gerade genug Fragen offen lässt, um gut zu funktionieren.
  
 
{{Weiterführend Ein Gesicht in der Menge}}
 
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Aktuelle Version vom 7. November 2018, 09:47 Uhr

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Vermis (3 / 5)

Die Kurzgeschichte Ein Gesicht in der Menge ist was nettes für zwischendurch. Nicht wirklich mehr. King und O'Nan erzählen auf gut 50 Seiten die Geschichte von Dean Evers, der beim abendlichen Baseballspiel seine verstorbenen Mitmenschen auf den Tribünen sieht. Viel Tiefe sollte man nicht erwarten, aber den Autoren gelingt es durchaus, den Charakter von Evers in der kurzen Zeit gut zu beschreiben.

Die Geschichte ist, wie gesagt, nett, jedoch wenig überraschend - ich musste irgendwie an Dickens Weihnachtsgeschichte denken. Etwas neues wird hier nicht gerade geboten, aber eine bekannte Story wird hier gut erzählt, eingeflochten in die Welt des Baseball. Und das gelingt sogar, denn obwohl die beiden Autoren Fans der Sportart sind, halten sie sich relativ in Grenzen. Im Gegensatz zu Blockade Billy kann man der Handlung hier tatsächlich folgen.

Zum Schluss noch zur deutschen Veröffentlichung: Als kleiner Sammler freue ich mich natürlich, daß es die Kurzgeschichte als niedliches Hardcover gibt (auch deshalb, weil ich keinen Kindle oder ähnliches habe), jedoch ist der Preis ziemlich dreist. 8€ für 50-60 Seiten. Und das eBook ist auch nur einen Cent! billiger!

Fazit: Eine nette, kleine Story. Und für deutsche Sammler ein schönes Hardcover, wenn man denn auch stolze 8 € fur die Kurzgeschichte bezahlen will.

Horaz Klotz (4 / 5)

Geschichten um das Thema Tod sind für mich immer ein Drahtseilakt. Immerhin geht es hier um nicht weniger als eine der großen Menschheitsfragen. Wenn man da zu viel preisgibt, zu viel entzaubert verliert nicht nur die Story sondern der ganze Kosmos in dem sie spielt an Tiefe. Als Autor braucht man schon verdammt gute narrative Gründe um sich um dieses Problem herumzuschreiben - und auch ein King schafft das meistens nicht. Mich konnten weder das bizarr-pompöse Jenseits in Revival noch die Bürokratie-Mühle in Leben nach dem Tod überzeugen - wobei letztere immerhin nur Aufhänger für eine kleine Kurzgeschichte war und nicht einen ganzen - bis dahin wirklich gelungenen - Roman verhunzt hat. Dementsprechend misstrauisch war ich als klar wurde worauf Ein Gesicht in der Menge hinauslaufen würde. Aber King und O'Nan halten sich zurück - der Tod bleibt das ewige undurchdringliche Geheimnis, nur der Sterbeprozess unseres einsamen Protagonisten wird ein bisschen metaphysisch aufpoliert. Und das funktioniert gar nicht schlecht.

Mit Dean Evers haben wir auch wieder einen Protagonist wie ich ihn mir wünsche. Rational genug, um nachvollziehbare Entscheidungen zu treffen aber schnell bereit den Spuk zu akzeptieren, den ihm die Autoren vor die Nase setzen. Hätte er mehr dagegen angekämpft, zum Beispiel seinen Fernseher verschrottet, anstatt sich immer nur zu schwören ihn heute Abend mal nicht einzuschalten, hätte das nicht nur den Rahmen der Kurzgeschichte gesprengt sondern auch unnötig von den Rückblenden abgelenkt. Und auch hier findet die Geschichte meistens ein gesundes Mittelmaß aus Horror und Alltag. Die Geschichten um Evers' Klassenkameraden und Geschäftspartner sind gerade spannend genug um über ein paar Seiten zu fesseln, aber nicht so klischeehaft dramatisch, dass sie zu sehr vom mondänen Witwer-Leben ablenken. Außerdem gelingt es so ziemlich gut, unserem Protagonisten ein paar Charakterzüge auf den Leib zu schneidern, obwohl er in der Geschichte selbst ja nicht wirklich viel zu tun bekommt. Dabei rechne ich es den Autoren ziemlich hoch an, dass Evers einige Schwächen spendiert bekommt aber trotzdem nicht in eine karmische Wiedergutmachungsschiene rutscht. Für mich wird er nie zum bösen Alten, der auf den letzten Metern von den Geistern der Vergangenheit bekehrt wird. - Er bleibt ein Mensch, der wie jeder andere Entscheidungen getroffen hat, die er inzwischen bereut. Nur das er die Chance bekommt sich noch einmal mit ein paar Menschen auszusprechen, denen er übel mitgespielt hat.

Wenn man dann ahnt in welche Richtung die Story läuft, liegt man ziemlich wahrscheinlich richtig. King und O'Nan haben keine großen Überraschungen mehr parat, sondern lassen die Handlung zielstrebig auf das Ende zusteuern. Das mag manche stören, ich finde es bei einer Geschichte über die Gewissheit des Sterbens eigentlich ganz passend. Außerdem hat es eine gewisse schaurige Komik wenn Evers ein Taxi nimmt um sich selbst im Stadion zu erwischen oder mit seinem Golfkumpel über den eigenen Tod plaudert. Das Schlussbild als er umgeben von Toten auf der Tribüne sitzt und sich fragt was wohl als nächstes passiert, fängt die mystische Grundstimmung noch einmal ziemlich perfekt ein und endet gerade rechtzeitig, um dem Tod seine Geheimnisse zu lassen.

Fazit: Eine kleine nette Geschichte über ein großes ernstes Thema, die gerade genug Fragen offen lässt, um gut zu funktionieren.


V E Artikel über Ein Gesicht in der Menge
Kurzgeschichte - Inhaltsangabe - Rezensionen
Charaktere: Familie Evers (Dean, Ellie, Patrick) • Dr. YoungLeonard WheelerLester EmbreeMarthaChuckie Kazmierski
Sonstiges: BaseballStewart O'Nan