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Moral: Rezension

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Andreas (2 / 5)

Wie weit würde man gehen, wenn einem über 200.000 Dollar angeboten würden? Zweihunderttausend Dollar für einen Wunsch eines alten Mannes, der an den Nachfolgen eines Herzinfarkts zu leiden hat.

Nora Callahan und ihr Mann Chad kommen gerade so über die Runden. Er als Aushilfslehrer, sie als Pflegerin für einen wohlhabenden Priester, der nach einem Herzanfall halbseitig gelähmt ist. Eben dieser ist es, dessen Wunsch erfüllt werden soll. Nora soll ein Kind blutig schlagen, Chad dieses Ereignis filmen. George Winston behauptet, er habe sein Leben lang noch keine größere Sünde begangen (kurz nachdem er stolz erzählt, was er alles auf die Beine gestellt hat).

Nora und Chad sagen zu und führen den Wunsch aus. Doch noch bevor Winston das Geld überreicht, merkt man, dass ihre Beziehung ein ernstes Problem hat. King zieht mehrere Register. Nora will beim Sex geschlagen werden, Nora geht fremd und lässt sich schließlich - nachdem er ihr die Nase bricht - von Chad scheiden.

Nun, welches Ziel hat diese Geschichte? Anfangs eine modernisierte Fassung von ein unmoralisches Angebot, am Ende eine Hetzjagd durch die Ereignisse. Während King sich anfangs Zeit nimmt, den Leser vorzubereiten, springen wir, nachdem das Kind geschlagen wurde, regelrecht durch die Ereignisse. Ich kann es nicht glauben, dass ein Ehepaar nach sechs Jahren nicht gelernt hat, miteinander zu reden. Gerade, wenn sie nur schwer über die Runden kommen. Gerade, da Nora schon früher glauben muss, dass Chad lange nicht so viel Geld mit seinem Roman machen wird. Doch King schafft es in meinen Augen nicht, den Ausbruch glaubhaft vorzubereiten. Als Chad Nora die Nase bricht, haben wir nur wenige Sätze vorher gelesen, dass es solche Ansätze bei ihm gibt. Der Garten, den Nora mit so viel Enthusiasmus betreibt, ist wenige Sätze später wieder unwichtig und wird von Nora sich selbst überlassen.

Fazit: King hat sich in meinen Augen keine Mühe gemacht. Die Geschichte wirkt schluderig dahingeschrieben. Und das merkt man - selbst bei King.

Warum dann zwei Punkte? Zum einen ist die Idee, das Gedankenexperiment, sehr interessant. Was würde man selbst tun, wenn man die Chance erhalten würde? Zum anderen die kleinen Verbindungen zu anderen Werken von Stephen King. Der Nachname des Ehepaares. Pere Callahan (aus Brennen muß Salem und dem Dark-Tower-Zyklus) wird sich freuen. Aber auch eine kleine Dialogzeile.

   
Moral: Rezension
"[..]I don't believe in sin."

He smiled. [..] "That's fine. But sin believes in you.

   
Moral: Rezension

Morality auf esquire.com

Beinahe wortwörtlich (abgesehen davon, dass man Sünde mit Gott tauschen müsste) führt Abagail Freemantle das gleiche Gespräch mit Nick Andros in Das letzte Gefecht. Ein Werk, welches qualitätstechnisch sehr, sehr weit über dieser Kurzgeschichte steht.

Croaton (2 / 5)

Fazit: Belanglos.

Das steht für mich unterm Strich, nachdem ich Stephen Kings Kurzgeschichte Moral gelesen und die dazugehörige Inhaltsangabe verfasst habe. Die zwei Punkte gibt's für Stil und anfänglichen Spannungsaufbau – sobald aber klar ist, was George "Winnie" Winstons "unmoralisches Angebot" ist, zerplatzt der Ballon und die ganze Geschichte wirkt nur albern. Der Niedergang der Ehe von Chad und Nora Callahan ist zu unglaubwürdig und zu sexuell-primitiv beschrieben, als dass ich ihn nachvollziehen oder gar bedauern könnte, besonders weil Nora ihren Mann in der Tat mit dem - mal was Neues! - Elektriker hintergeht ...

Diese – wie schon der Titel ankündigt – moralinsaure Geschichte hätte nicht sein müssen ... aber nach Throttle und Ur bin ich vielleicht 2009 einfach schon zu sehr verwöhnt worden!


V E Artikel über Moral
KurzgeschichteInhaltsangabeRezension • Coverpage
Charaktere: Chad und Nora CallahanGeorge "Winnie" WinstonAbromowitzJody AndersAnita BidermanMr. CardelliMrs. GrangerCharlie GreenMrs. RestonEdward Ringling
V E Die Rezensionen der Geschichten aus Basar der bösen Träume
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