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Drei: Rezension: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Frage: King weiß, was er tut und er tut es auf seine Art. Ohne Rücksicht auf Verluste.'''
 
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Nachdem ich mich durch ''[[Schwarz]]'' regelrecht quälen musste (siehe [[Schwarz: Rezension|hier]]), ging ich schon mit einem mulmigen Gefühl und nicht allzu hohen Erwartungen an den [[Drei|zweiten Band]] heran.
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Doch es dauert nicht lange, bis ich positiv überrascht wurde. Eine Tür am Strand brachte nicht nur [[Roland Deschain|Roland]], sondern auch mich in unsere Welt. Durch den beinahe tödlichen Angriff der Hummerwesen war ich Roland plötzlich ganz nah. In der ''Himmelskutsche'' gab es dann die ersten Szenen zum Schmunzeln, und ich gestehe: Aus dem Schmunzeln wurde im Laufe der Erzählung des Öfteren ein herzliches Lachen. King schaffte es tatsächlich für einige Zeit den schwerverletzen Körper von Roland aus unseren Köpfen zu verdrängen – denn auch in unserer Welt haben die Gefährten ihre Probleme; und ein Leben, von dem wir mit vielen Details erfahren. Das wirklich Schöne sind doch die Überraschungen – und auch da trifft King voll ins Schwarze mit der letzten Tür und [[Jack Mort]] ...
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Fazit: Einfach großartig! Spannung, Humor, Liebe und Hass – was will man mehr?! Sie fragen nach dem [[Der Dunkle Turm|Turm]]? Ob ich nun mehr darüber weiß? Lassen Sich mich ehrlich sein: Nein! Aber wissen sie was? Der Turm war mir bei diesem Roman total egal!
 
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Version vom 25. Januar 2008, 09:18 Uhr

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Croaton (5 / 5)

So abgedroschen das Wort klingt; "unglaublich" passt in vielerlei Hinsicht genau zu Stephen Kings Roman Drei: Unglaublich, welch blöden deutschen Titel man hier gewählt hat (Drei für den zweiten Band!). Unglaublich, dass dieses Buch der Nachfolger des doch eher dröge daherkommenden Vorgängers sein soll. Unglaublich schließlich, was für ein Tempo King hier vorlegt.

Was der Film Speed für den Actionfilm ist, ist Drei für King-Fans: schnell, kurzweilig und jederzeit höchstspannend. Zwar erreichen noch viele Passagen aus dem restlichen Dunklen-Turm-Zyklus dieses Niveau, meiner Ansicht nach aber kein einzelner Band mehr so durchgängig wie dieser zweite Teil, der die Spannungsschraube so konsequent zudreht, dass man am Ende einfach nicht mehr mit dem Lesen aufhören kann ... und der dem Leser endlich die Figur des Roland Deschain greifbar und sogar liebenswert macht. War er in Band eins noch einsilbig, eher unsympathisch und einschüchternd als ein Held, mit dem man sich identifizieren will, zeigt er nun seine menschliche Seite. Nicht nur, weil er krank und auf Hilfe angewiesen ist, sondern auch, weil er sich in einer Welt durchschlagen muss, die ihm völlig fremd ist: unsere.

Es darf keineswegs außer Acht gelassen werden, wie lustig dieser Roman ist. Wenn Roland (meist "eingesperrt" in andere Körper, die er lenken kann) durch das befremdliche New York stolpert und sich – entweder mit Hilfe der Mortzyklopädie oder auf sich allein gestellt – durch den Alltag kämpft, kommt es zu ungezählt vielen komischen Momenten, die den Leser vor allem deswegen zum Lachen bringen, weil Roland alles, was er sagt und tut, so todernst meint. Ob er das Wort "Magazin" falsch versteht und sich fragt, wer diese Magda ist, die man da zieht oder ob er sich nach einer gewaltigen Schießerei über einen Polizisten beugt und ihn beschimpft: "Du hast das Angesicht deines Vaters vergessen!" – der Humor trifft ins Schwarze, eben weil man den Revolvermann als so verbissen kennen gelernt hat.

Endlich kommen auch Eddie Dean und Susannah dazu, die man – wenn man die Reihe ein zweites Mal liest – in Band eins so vermisst. Roland zieht sie in seine Welt durch Türen, die – nach dem Dunklen Turm selbst – für mich das einprägsamste Bild der DT-Reihe darstellen. Hier läuft Kings Vorstellungsvermögen auf Hochtouren.

Fazit: Wen Band eins noch nicht packen konnte, der wird spätestens nach Drei zum DT-Junkie; als Einzelband für mich (nach In einer kleinen Stadt) der zweitbeste Roman von Stephen King überhaupt.

Wörterschmied (5 / 5)

60 Jahre lang kannten wir Adolf Hitler, das Monster. Doch erst durch Bruno Ganz lernten wir Adolf Hitler, den Menschen, kennen. Was braucht es, um aus einem Monster einen Mensch zu machen? Einen einschneidenden Eingriff in dessen Lebenslauf!

Ganz benutzt hierfür die Darstellung einer durch Parkinson zerfressenen Hand - Stephen King nutzt in Drei eine ganz ähnliche Methode, uns Roland ans Herz wachsen zu lassen: er beraubt ihn seiner tödlichsten Waffe, seiner rechten Hand.

Roland, der Beserker. Roland, der Mörder. Roland, der Verräter. Alle diese negativen Bilder, die Rolands Gesicht wie durch einen Clint-Eastwood-Bart in Schatten hüllen, fallen in Drei wie ein Kartenhaus zusammen. Was zurück bleibt, ist die erbärmliche Gestalt eines gefallenen Königs, eines Lord Perth, der nach tausenden Schlachten unverwundet heimkehrt und sich auf der Haustürschwelle das Genick bricht. Noch krasser als in Schwarz ist der Einstieg dieses Romans, der mit einer chaotischen Niederlage Rolands gegen Monsterhummer aufwartet, die das Finale einiger anderer Werke in den Schatten stellt, noch ehe die Geschichte wirklich begonnen hat.

Allein dieser Einstieg, der Prolog des Seefahrers, gehört für mich zu den Höhepunkten Kingscher Literatur. Wie wäre J.K.Rowling in einer solchen Situation vorgegangen? Welche überflüssige Randfigur hätte sie geopfert, um das Schicksal des Helden zu erleichtern? Welche Plot-twist-Zaubereien wären (ohne Ankündigungen, aber für alle außer dem Protagonisten natürlich selbstverständlich) ersponnen worden, um diesen drastischen und endgültigen Eingriff in die Handlung zu verhindern? Aber King bleibt konsequent: bereits im zweiten Teil seines als Epos angelegten Werkes verletzt er die Hauptfigur so schwer und tief, dass kaum noch mit einem weiteren Fortsetzungsband zu rechnen ist. Ist er (größen)wahnsinnig oder doch ein Genie? Aber widerspricht das eine dem anderen überhaupt?

Der Rest des Romans ist mehr oder weniger ein typischer King: viel Geballer, tiefgründige Hintergrundgeschichten, verzwickte Pattsituationen der Handlung, das Aufeinandertreffen verschiedenster und sich verneinender Figuren und darüber der Schleier von Liebe, Hass und Schicksal. Schon in diesem Teil erlangen Eddie Dean und Susannah Dean die Dimensionalität, die Roland sich erst durch ein Nah-Tod-Erlebnis verdienen musste.

Frage: King weiß, was er tut und er tut es auf seine Art. Ohne Rücksicht auf Verluste.

Realbaby (5 / 5)

Nachdem ich mich durch Schwarz regelrecht quälen musste (siehe hier), ging ich schon mit einem mulmigen Gefühl und nicht allzu hohen Erwartungen an den zweiten Band heran.

Doch es dauert nicht lange, bis ich positiv überrascht wurde. Eine Tür am Strand brachte nicht nur Roland, sondern auch mich in unsere Welt. Durch den beinahe tödlichen Angriff der Hummerwesen war ich Roland plötzlich ganz nah. In der Himmelskutsche gab es dann die ersten Szenen zum Schmunzeln, und ich gestehe: Aus dem Schmunzeln wurde im Laufe der Erzählung des Öfteren ein herzliches Lachen. King schaffte es tatsächlich für einige Zeit den schwerverletzen Körper von Roland aus unseren Köpfen zu verdrängen – denn auch in unserer Welt haben die Gefährten ihre Probleme; und ein Leben, von dem wir mit vielen Details erfahren. Das wirklich Schöne sind doch die Überraschungen – und auch da trifft King voll ins Schwarze mit der letzten Tür und Jack Mort ...

Fazit: Einfach großartig! Spannung, Humor, Liebe und Hass – was will man mehr?! Sie fragen nach dem Turm? Ob ich nun mehr darüber weiß? Lassen Sich mich ehrlich sein: Nein! Aber wissen sie was? Der Turm war mir bei diesem Roman total egal!