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Das Spiel: Inhaltsangabe (Teil I)

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Inhaltsangabe zu Das Spiel (Teil I)

Zu Teil II geht es hier entlang.

Stephen Kings Roman Das Spiel ist in 40 Kapitel unterteilt. Zur besseren Orientierung wurde den zusammengelegten Kapiteln in Klammern ein kurzer Titel gegeben – dies entspricht nicht Kings Absicht, sondern ist eine Hilfe für den Leser der Inhaltsangabe.

Das Taschenbuch-Cover

Dieser Teil der Inhaltsangabe umfasst alle Kapitel inklusive Kapitel 18.


Kapitel 1 (Geralds Tod)

Jessie Burlingame und ihr Mann Gerald sind in ihrem Sommerhaus am Lake Kashwakamak – doch es ist Oktober. Der Grund, warum sie beide hier sind, ist genau diese Abgeschiedenheit, in der Gerald sein "Spiel" noch mehr genießen kann: Er liebt Fesselspiele – nach fast 17 Jahren Eheleben für ihn die attraktivste (und bald einzige) Möglichkeit, den Sex mit seiner Frau noch zu genießen.
Jessie ist nicht mehr so begeistert, war es eigentlich nach anfänglicher Neugier nie mehr. Die Fesselungen machten eine gewisse Progression durch. Anfangs band Gerald sie noch mit Tüchern am Bett fest, später wurden es Seile, jetzt sind sie schon bei Handschellen angekommen. Und als er sie diesmal – sie sind beide bereits bis auf die Unterhosen ausgezogen – ans Bett kettet, meldet sich in ihr eine Stimme, die nachfragt, was das ganze eigentlich soll. Auf einmal fühlt sie sich erniedrigt und missbraucht, erinnert sich an einen verstörenden Alptraum, den sie nach dem allerersten Fesselspiel hatte. Es hatte etwas mit einer verlöschenden Sonne zu tun und sie weiß noch, wie unwohl sie sich fühlte.
Jessie entscheidet, dass sie das nicht will, nicht heute, vielleicht nie mehr. Sie spürt, dass sie sich nicht auf den Sex einlassen kann, denn plötzlich ist sie genervt von Geräuschen, die sie gar nicht hätte wahrnehmen sollen, wenn sie erregt wäre: die nicht ganz geschlossene Tür, die im Wind gegen den Rahmen schlägt, ein bellender Hund, eine entfernte Kettensäge, ein Eistaucher ...
Aber Gerald tut ihre Missmutigkeit ab – es ist ein Teil dieses althergebrachten Rollenspiels, dass sie sich ein wenig ziert oder gar etwas wehrt. Aber Jessie ist es todernst – sie will nicht mehr. Gerald reagiert wütend, macht aber noch immer keine Anstalten, die Fesseln zu lösen. Dann aber geschieht etwas Schreckliches: Er setzt sich über ihre Bitten hinweg, verstellt sich und tut so, als sei auch das noch ein Teil ihres Spielchens.
Plötzlich muss Jessie befürchten, dass ihr Mann sie vergewaltigen wird. In ihrer aufkommenden Panik droht sie Gerald mit der Scheidung, bevor ihr klar wird, wie absurd sie selbst klingen muss: Hier ist sie, im Oktober im Sommerhaus, nur einen Schlüpfer an, freiwillig an ein Bett gekettet –wer würde ihr die Geschichte einer Vergewaltigung da noch abkaufen?
Als Gerald weitermacht und ihr schmerzhaft in die Brüste kneift, reagiert ihr Körper wie von selbst: Sie tritt ihm in den Bauch und in den Unterleib. Sofort bereut sie ihren Gewaltausbruch, doch es ist zu spät. Vor ihren Augen erleidet Gerald einen Herzinfarkt, kippt vom Bett und kracht mit dem Kopf voran auf den Boden. Jessie ist von alledem so schockiert, dass sie unmittelbar danach in Ohnmacht fällt.

Kapitlel 2 + 3 (Die Stimmen)

Jessie kommt bald wieder zu sich und begreift, in welch einer abstrusen und zugleich grausamen Lage sie sich befindet. Jessie hört Stimmen, hat dies immer schon getan – jetzt, in der Einsamkeit, werden all ihre Gedanken zu einer Diskussion. Da ist Ruth Neary, ihre alte Mitbewohnerin am College, ihre Therapeutin Nora und Goodwife Burlingame, ein Teil Jessies, der sie stets mahnt und zurechtweist und der darüber nicht hinwegkommt, dass sie Gerald in der Tat getreten und dadurch getötet hat.
Sie hat einen ersten Krampf im Nacken, verspürt das Bedürfnis, auf die Toilette zu gehen und etwas zu trinken. Über dem Bett ist ein Brett angebracht, auf dem ein Glas Wasser steht – doch es ist aus ihrer Position unerreichbar; ihr fehlen etwa acht Zentimeter, um es auch nur berühren zu können. Panik kommt in ihr auf – sie ist völlig allein, niemand würde sie hören, selbst wenn sie wie von Sinnen schreien würde. Und die erste Nacht steht schon bevor.

Kapitel 4 (Erste Befreiungsversuche)

Jessie versucht die naheliegendsten Möglichkeiten, sich aus den Handschellen zu befreien: Sie kann jedoch keine der beiden Hände einfach herausziehen – Gerald hat sie (unnötig) fest zugemacht; es besteht keine Chance, sie über das Daumengelenk zu ziehen. Die Gegenstücke der Handschellen sind am Bettpfosten festgemacht. Da die Rückseite des Betts jedoch aus vier parallel verlaufenden Brettern besteht, kann sie die Handschellen nicht einfach nach oben über das Pfostenende ziehen – die Handschellen sind zwischen dem zweiten und dem dritten Brett angebracht. Auch der Versuch, die Bretter selbst hoch und aus dem Rahmen zu schieben, scheitert kläglich.
Über dem Bett ist ein weiteres Brett angebracht, auf dem das Wasserglas steht; außerdem sind dort oben noch verschiedene Kosmetikartikel, eine Werbeprospekt, ein Aschenbecher und ein paar Taschenbücher – nichts, was ihr bei ihrer Befreiung helfen könnte.

Kapitel 5 – 8 (Der Hund)

Der Streuner Prinz, dessen Bellen Jessie bereits vernahm, wird von den Düften, die aus der Sommerhütte dringen, magisch angezogen. Der vor sechs Wochen (von Charles Sutlin) ausgesetzte Hund ist nahe am Hungertod und wagt sich außergewöhnlich dicht heran – als er Gerald Burlingames Leiche riecht, ist es um seine Beherrschung geschehen.
Jessie versucht, ihn mit Schreien zu vertreiben, aber Prinz begreift schnell, dass von der Frau keine echte Gefahr ausgeht. Er beginnt, Geralds Blut aufzulecken, eine Vorstellung, die Jessie nicht ertragen kann. Es gelingt ihr, den schweren Glasaschenbecher nach dem Hund zu werfen und ihn zu treffen – aber Prinz ist nur kurz geschockt. Er schnappt sich Geralds Oberarm und zerrt ihn Richtung Tür. Schließlich reißt er ein großes Stück Fleisch heraus und beginnt zu fressen.

Kapitel 9 + 10 (Vergangenheitsbewältigung)

Es wird klar, dass es in Jessies Vergangenheit einen dunklen Fleck gibt. Etwas ist mit ihr am Dark Score Lake passiert, als Jessie 10 Jahre alt war. Auch Jessies Mitbewohnerin Ruth hatte gespürt, dass etwas nicht stimmte und hatte sie ermutigt, zu verschiedenen Selbsthilfegruppen zu gehen, wo Jessie in tiefste menschliche Abgründe blicken musste (siehe auch hier). Zu tief für sie – schnell wollte sie davon nichts mehr wissen. Auch ihre Therapeutin Nora drang zu tief vor, sodass Jessie die Sitzungen mit ihr beendete.
Als ihre Freundin Ruth nachbohrte, verließ sie auch diese und zog sich ganz in sich zurück. Zwar war sie schon bereit gewesen zuzugeben, dass es etwas mit ihrem Vater zu tun hatte; im entscheidenden Moment jedoch platzte jemand dazwischen und Jessie schwieg für immer. Doch Erinnerungsfetzen kommen hoch: an gerußtes Glas und die Sonnenfinsternis von 1963.
Wir erfahren, dass Jessie einst Aushilfslehrerin für Englisch war, bis Gerald von ihr verlangte, dass sie diesen Job aufgab.

ebenfalls Kapitel 9 + 10 (Durst)

Schließlich überfällt sie der Durst – und auf dem Brett über ihr steht das volle Wasserglas, außer Reichweite. Doch plötzlich ist Jessie entschlossen, es zu versuchen: Sie will das Glas bekommen und austrinken. Als sie feststellt, dass das Brett lose auf vier Stahlwinkeln liegt, fasst sie einen Plan: Wenn sie auf das eine Ende Druck ausübt, wird es am anderen Ende nach oben wippen – das Glas wird auf ihre freie Hand zu rutschen und sie wird es greifen können. Es dauert in der Original-Hardcover-Version geschlagene zehn Seiten, bis ihr dieses Kunststück nach vielen Krämpfen und Momenten voller Verzweiflung endlich gelingt – nur dass sie dann freilich feststellen muss, dass sie wegen der Ketten nicht in der Lage ist, das glorreich erkämpfte Glas an ihre Lippen zu führen.
Aber Jessie lässt sich nicht unterkriegen. Auf dem Brett liegt schließlich auch noch der Werbeprospekt. Und in einer weiteren mühseligen Aktion gelingt es Jessie, diesen einhändig in einen Behelfs-Strohhalm zu verwandeln und endlich zu trinken, auch wenn viel daneben geht. Sie zwingt sich, für später etwas übrig zu lassen und gratuliert sich zu einem gelungenen Sieg in ihrer Notlage.
Erschöpft schläft Jessie ein und träumt schlecht, während Prinz zurückkehrt und sich wieder an Geralds Leiche bedient.

Kapitel 11 + 12 (Ein Alptraum)

Jessie träumt von ihrem Vater Tom Mahout und einem Geburtstag ihres jüngeren Bruders Will am 14. August 1965. Sie erinnert sich daran, dass niemand jemals herausfand, was während der Sonnenfinsternis zwischen ihr und ihrem Vater geschah – dann gleitet der Traum ins Absurde ab, denn plötzlich ist diese Finsternis wieder da, sie sitzt auf Geralds Schoß, ihr Mann hat die Handschellen dabei und auf einmal sind überall Menschen, die Jessie kennt oder einmal kennen lernen wird (siehe etwa hier). Sie alle lachen die junge Jessie aus, bis Gerald sie fesselt.
Jessie erwacht, weil Prinz heftig bellt. Den Hund verstört etwas so arg, dass er aus der Hütte flieht, sich aber in einem Sicherheitsabstand aufhält, da er seinen Essensvorrat nicht aufgeben will.

Kapitel 13 + 14 (Der Schatten in der Ecke)

Jessie muss feststellen, dass sie ihr Wasser nicht mehr halten konnte und während des Traums ihr Bett benässt hat. Aber der Alptraum scheint weiterzugehen: In einer Ecke des Zimmers steht ein Mann. Doch ist es ein Mensch? Seine Gliedmaßen scheinen seltsam verzerrt, sein Gesicht unförmig – und warum sollte ein nächtlicher Besucher einfach so schweigend in der Zimmerecke stehen, während sie hier gefesselt im Bett liegt? Ist die Gestalt nur Einbildung, nur ein Schatten?
Unvermittelt ist Jessie sich sicher, dass dort ihr toter Vater lauert. Dann sieht sie etwas zu seinen Füßen und verliert fast den Verstand: Es ist eine Kettensäge – der Mann ist nicht ihr Vater: Er ist der Waldarbeiter, den sie den ganzen Tag über gehört hatte und nun ist er hier, um sie zu ermorden.
Dann aber bückt sich der Schatten, und Jessie wird klar, dass das Ding am Boden doch keine Säge ist, sondern eine kleine Kiste. Der Fremde öffnet sie: Die Kiste ist voller kleiner Knochen und Schmuck. Als der unheimliche Mann darin kramt und sie dabei anlächelt, verliert Jessie das Bewusstsein.
Sie kommt bald wieder zu sich – und der Schatten ist weg. Es kann nur Einbildung gewesen sein; mit diesem halbwegs beruhigenden Gedanken gelingt es Jessie, wieder einzuschlafen.

Kapitel 15 – 18 (Die Sonnenfinsternis)

Die Erinnerungen übermannen Jessie schließlich im Schlaf und sie wird endgültig zurückversetzt an den Tag der Sonnenfinsternis, als sie 10 Jahre alt war.
Es ist Jessies Idee, diesen besonderen Tag allein mit ihrem Vater zu verbringen. Jessie war schon immer Tom Mahouts Lieblingskind – es ist für ihn kein Problem, die anfangs widerspenstige Mutter zu überzeugen. Eine Sache aber ist seltsam: Wieso wünscht sich Daddy, dass Jessie sich zu dieser Gelegenheit ihr neues Sommerkleid anzieht? Jessie selbst findet es viel zu eng und nicht allzu schön – aber sie ist zu erfreut über diesen gemeinsamen Sieg gegen die Mutter, als dass sie sich großartig Gedanken gemacht hätte. Diese Gedanken kommen später, viel später.
An jenem denkwürdigen Tag ist Jessie also mit Tom allein am Dark Score Lake. Er rußt Glas über dem Feuer, um es zum Zeitpunkt der Sonnenfinsternis als Sichtschutz zu verwenden. Er trägt nur eine kurze Hose, und als das Naturschauspiel losgeht, bietet er der etwas verängstigten Jessie an, sich doch auf seinen Schoß zu setzen. Sie kommt dem erleichtert nach, aber irgendwie ist der Schoß unbequem und ungewöhnlich hart. Und auch Daddy scheint vor dem sich plötzlich verdunkelnden Himmel Angst zu haben, schließlich stöhnt er leise hinter ihr.
Sie beobachtet das Spektakel durch das gerußte Glas, während ihr Vater sich an ihr reibt und seine Hand weit oben auf ihrem Bein liegen hat, was er eigentlich nicht tun sollte. Er berührt ihre aufkeimenden Brüste und fasst ihr kurz tatsächlich zwischen die Beine – dann plötzlich wird es nass an ihrem Po.
Sofort bereut Tom, was er getan hat und schickt Jessie in die Sommerhütte; sie solle sich doch bitte schnell umziehen. Jessie begreift nicht, was geschehen ist, aber sie weiß Dinge von ihrer besten Freundin, Dinge, die etwas mit Sex zu tun haben. Plötzlich hat Jessie Angst, schwanger geworden zu sein – und auf einmal ist sie sich sicher, dass sie selbst an allem schuld ist, was auch immer gerade passiert ist. Sie braucht einen Plan und zwar schnell. Ihre Mutter wird die Wäsche waschen und das, was da an ihrem Höschen klebt, entdecken. Jessie will alles nass machen und dann später behaupten, sie sei mitsamt ihrer Kleidung in den See gesprungen.
Gerade als sie ihre Sachen zusammenklauben will, geschieht es – auf einmal sieht sie, mitten in ihrem Zimmer, eine ältere Frau, die an einem Brunnen kniet. Jessie weiß so manches über die Fremde: Sie hat jemanden in den Brunnen gestoßen und auch sie erlebt gerade die Sonnenfinsternis in Maine. Mehr noch: Die Frau scheint auch Jessie sehen zu können – Jessie versucht, Kontakt aufzunehmen, aber die übersinnliche Verbindung reißt ab. Als Jessie ihren Vater im Türrahmen stehen sieht, ist sie so erschrocken, dass sie die Frau augenblicklich vergisst und sich erst viele, viele Jahre später wieder an sie erinnert.
Jessie Burlingame wird es nie erfahren, aber gerade hatte sie Kontakt zu Dolores Claiborne, die Jessie tatsächlich sah, nachdem sie ihren Mann Joe St. George in den Brunnen in ihrem Garten lockte (siehe auch hier).


V E Artikel über Das Spiel
RomanInhaltsangabe (Teil I, Teil II) • Rezensionen: Roman, Original-Hörbuch • Coverpage
Charaktere: Jessie Burlingame und ihre PersönlichkeitenGerald BurlingameRaymond Andrew JoubertTom MahoutPrinzRuth NearyNorris RidgewickJohn LaPointeDolores Claiborne
Schauplätze: Dark Score LakeLake Kashwakamak
Sonstiges: SonnenfinsternisIsolation19631992