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Der Outsider: Inhaltsangabe (Teil I)

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Original-Cover

Stephen Kings Roman Der Outsider ist in zwölf, wiederum in Unterkapitel aufgeteilte Kapitel unterteilt. Bis zur Veröffentlichung der deutschen Übersetzung sind die Kapitelüberschriften Laienübersetzungen.

Zu Teil II der Inhaltsangabe

Die Festnahme 14. Juli

Flint City, Oklahoma, am 10. Juli: Detective Ralph Anderson vernimmt den noch immer sehr aufgewühlten Jonathan Ritz, dessen Hund beim Gassi gehen im Stadtpark einen schrecklichen Fund getätigt hat: die Leiche eines kleinen Jungen namens Frank Peterson, dessen Kehle zerfetzt wurde. Und in seinem entblößten Hintern steckte noch ein blutbefleckter Ast. Es gibt erste Spuren, denn am Ast ist ein Handabdruck zu erkennen, zudem ist Ritz überzeugt davon, dass der Täter einen verdreckten, weißen Lieferwagen fährt, den Ritz in der Nähe des Tatorts gesehen hat.
Ralph Anderson geht aufs Ganze. In Rücksprache mit dem Staatsanwalt Bill Samuels beschließt er, den Hauptverdächtigen festzunehmen, obwohl die Beweislage gegen ihn noch nicht wasserdicht ist. Zusammen mit seinen Kollegen Troy Ramage und Tom Yates fährt Ralph zu einem Baseballspiel, um den mutmaßlichen Mörder - den Trainer der Jungenmannschaft, die gerade spielt - vor den Augen sämtlicher Zuschauer festzunehmen. Er selbst will sich an der Verhaftung nicht beteiligen; der Verdächtige hat auch Andersons Sohn Derek trainiert, und Ralph ist sich nicht sicher, ob er sich zurückhalten kann.
Dass der Englischlehrer und Team-Coach Terence "Terry" Maitland festgenommen wird, dafür sind verschiedene, voneinander unabhängige Zeugenaussagen vom 10. bis 13. Juli verantwortlich (das ganze erste Kapitel wird immer wieder von offiziellen Protokollen solcher Aussagen unterbrochen, die hier am Stück zusammengefasst werden). Arlene Stanhope, eine ältere Dame, hat gesehen, wie Frank Peterson ein kaputtes Fahrrad vor sich herschob und den Coach traf, der gerade aus einem weißen Lieferwagen gestiegen war. Das Gespräch konnte Stanhope zwar nicht belauschen, doch lud der Trainer das Fahrrad in den Wagen, während Frank auf den Beifahrersitz kletterte. Stanhope ging natürlich davon aus, dass der nette Maitland den Jungen heimbringen würde ... Die kleine June Morris sagte aus, dass sie den Coach blutüberströmt aus dem Park hat kommen sehen, angeblich habe er sich die Nase gebrochen. Auch sie sprach von einem schmutzigen, weißen Lieferwagen ... Der Gleisarbeiter Carlton Scowcroft sah Terry auf einem Parkplatz ebenfalls, wie er - voller Blut - von einem weißen Lieferwagen in einen grünen Subaru umstieg, ein Wagen, der wiederum gestohlen gemeldet worden war und später verunfallt von George Czerny gefunden wurde, voller blutiger Klamotten ... Die Taxifahrerin Willow Rainwater erkennt Terry und bringt ihn zum Bahnhof, von wo er nach Dallas fahren will (was er aber, laut einer Auswertung der dortigen Überwachungskameras nicht getan hat) ... Der Türsteher einer Table Dance Bar hat Terry sogar die Hand geschüttelt; dabei ist ihm aufgefallen, dass der Coach einen langen kleinen Fingernagel hatte, wie es bei manchen Motorradgangs gepflegt wird ...
Vor den Augen von über eineinhalbtausend Zuschauern - darunter seine Frau Marcy und seine zwei Töchter Sarah und Grace - wird Terry kurz vor dem Ende eines sehr spannenden Spiels am 14. Juli festgenommen. Er versteht die Welt nicht mehr, begreift nur, dass er soeben vor aller Augen gedemütigt werden soll, warum auch immer, ihm ist sofort klar, dass sein Leben nie mehr so sein wird wie zuvor. Ebenso laut wie Troy schreit Terry in die Menge, dass er unschuldig ist, doch da wird er abgeführt. Im Polizeiwagen will er Ralph mit Vernunft überzeugen, immerhin hat er ja ein wasserdichtes Alibi für den Tag des Mordes an Frankie, doch er begreift, dass Anderson von seinem Vorgehen absolut überzeugt ist. Terry schweigt und verlangt nach seinem Anwalt Howard Gold. Terry wirkt so selbstbewusst, dass Ralph erstmals ein wenig mulmig zumute wird, dennoch bleibt er sicher, den Richtigen verhaftet zu haben.
Zu Hause angekommen, erlebt Terrys Frau Marcy ihren eigenen Albtraum, als sie von Reportern verfolgt wird und ein Einsatzteam der Polizei rund um die hochschwangere Beamtin Betsy Riggins antrifft, die einen Durchsuchungsbefehl hat, um sämtliche Besitztümer ihres Mannes zu beschlagnahmen.
Terry bleibt bei einem Vorgespräch mit Ralph und Staatsanwalt Samuels dabei, mit seiner Aussage erst auf seinen Verteidiger warten zu wollen, kann aber nicht umhin, Ralph gegenüber seine Enttäuschung über dessen Vorgehen zum Ausdruck zu bringen und Samuels eine saftige Anklage anzudrohen. Nach dem Eintreffen des Anwalts Howie Gold äußert der sich entsetzt über das öffentliche Vorgehen der Polizei - und nach einem halbstündigen Vier-Augen-Gespräch mit seinem Mandanten konfrontiert er Ralph und Samuels: Sie werden mächtig Ärger bekommen. Und natürlich können sie DNS-Proben von Terry bekommen, denn der ist absolut unschuldig.
Endlich also setzen sich alle zusammen, sodass zwei Froten aufeinandertreffen. Da sind Ralph Anderson und Bill Samuels, die den wohl schrecklichsten Fall ihrer Karriere beschreiben: Frank Peterson wurde durch zahlreiche Bisse in die Kehle getötet, ein Ohrläppchen und eine Brustwarze wurden abgebissen, Teile von Speise- und Luftröhre fehlen, wurden womöglich vom Täter verspeist. Daraufhin wurde der Junge mit einem Ast sexuell missbraucht und das mit einer derartigen Gewalt, dass Frank an inneren Blutungen verstarb. Die Polizei hat über 70 Fingerabdrücke von Terry Maitland, am gestohlen gemeldeten Lieferwagen, auf Frankies Fahrrad, in dem Subaru und natürlich vor allen Dingen auf der Mordwaffe, dem Ast, eingedrückt in Franks Blut. Terrys Bluttyp ist AB positiv, recht selten, genau dieser Typ wurde auch am Tatort gefunden. Der Täter hat zudem auf die Leiche ejakuliert, sodass die DNS vorliegt - bald wird der Fall also endgültig wasserdicht sein.
Doch dann ist da auch Terrys Alibi. Er behauptet, mit einigen Englischkollegen auf einer Fachtagung gewesen zu sein, auf welcher der berühmte Autor Harlan Coben als Gastredner anwesend war. Terry war angeblich drei Tage unterwegs in Cap City, zum Zeitpunkt der Mordtat hörte er Cobens Rede zu und ließ sich von ihm sein neustes Buch signieren. Samuels will das natürlich nicht glauben und besteht darauf, dass Terry in Untersuchungshaft bleibt, bis das Alibi überprüft werden konnte, was Gold für einen sehr großen Fehler hält. Aber Terry wird vor den Augen mehrerer Reporter abgeführt. [1]

Entschuldigung 14. bis 15. Juli

Der pensionierte Ex-Polizist Alec Pelley arbeitet noch immer für Howie Gold, und stattet Tom und Jamie Mattingly einen Besuch ab, die sich um Terrys zwei Töchter kümmern und die Alec nun an den heißhungrigen Reportern vorbei zu ihrer Mutter zurückbringt.
Ralph spricht sich mit seiner Frau Jeanette aus, der er berichtet, dass Terrys Alibi insofern standhält, als dass alle Lehrer, die mit auf der Konferenz waren, seine Anwesenheit bestätigen. Jeanette ist daraufhin überzeugt, dass es nur eine logische Lösung geben kann: Ein Double war auf der Konferenz, um Terry zu decken ... doch hätten Terrys Lehrerkollegen das nicht gemerkt? Und sie waren ja wohl kaum alle Teil einer großen Verschwörung. Aber Terry kann ja schließlich nicht an zwei Orten gleichzeitig gewesen sein.
Fred und Arlene Peterson, Frankies Eltern, sehen sich in ihrer Wohnung komplettem Chaos ausgeliefert: Die gesamte Nachbarschaft war hier, um ihr Beileid zu bezeugen, es wurde gegessen und getrunken, das Haus sieht aus wie nach einem Bombenangriff. Frankies sieben Jahre älterer Bruder Ollie räumt tapfer mit auf, doch Arlene erleidet beim Anblick der Essensreste einen Nervenzusammenbruch, der in einem Herzinfarkt der übergewichtigen Frau endet. Sie sinkt in Freds Armen zu Boden, entschuldigt sich für ihr Benehmen und verliert das Bewusstsein. Wenig später verstirbt sie im Krankenhaus.
Terrys Kinder sind so verstört, dass sie mit Marcy im Ehebett schlafen wollen und kaum einen klaren Gedanken fassen können. Auch Terry kommt in seiner Zelle nicht zur Ruhe, weiß, dass sein Leben an einem Scheideweg ist und er durch die öffentliche Verhaftung - selbst nach seiner unweigerlichen Freisprechung - sein voriges Leben nicht mehr wird aufnehmen können, wahrscheinlich muss er sogar umziehen, um einen Neustart zu schaffen.
Es wird eine kurze Nacht für alle Beteiligten. Während Howie Gold am frühen Morgen von Alec Pelley gute Nachrichten bekommt, die er sogleich an Marcy weiterleitet, ist Ralph erstmals von Selbstzweifeln über sein radikales Vorgehen zerrissen. Er kann nicht begreifen, warum Terry den Lieferwagen und den Subaru klaute, dann aber nicht darauf achtete, unerkannt zu bleiben. Er nimmt sich zwar vor, das Hotel in Cap City, wo Terry angeblich bei der Konferenz und der Lesung war, nach Fingerabdrücken zu untersuchen, weiß aber, dass er da eher im Trüben fischt.
Der gerade einmal 12-jährige Merlin Cassidy hat Erstaunliches geleistet: Auf seiner schon drei Monate andauernden Flucht vor seinem Stiefvater hat er vier fahrbare Untersätze gestohlen - jetzt aber scheint seine Glückssträhne vorbei, als ihn ein Polizist auf einem Parkplatz stellt, wo Merl eingeschlafen ist. Zwar ist der Gesetzeshüter verständnisvoll, doch er bringt Merl zur Polizeistation, wo man seine Fingerabdrücke nimmt.
Samuels hat schlimme Nachrichten für Ralph, zeigt ihm den Beweis, den Alec Pelley aufgetan hat und der auch schon an Howie Gold und Marcy Maitland weitergeleitet wurde: Es handelt sich um ein Video von Harlen Cobens Autorenlesung, auf der Terry Maitland mehrmals zu sehen ist, einmal sogar in Großaufnahme, als er dem Autor eine Frage stellt. Ralph kann es nicht fassen, doch während Samuels aufzugeben scheint, will Ralph dranbleiben: Er hat den Mörder, er muss nur noch erklären, wie der auch in Cap City sein konnte, auch wenn das ein riesiges "Nur" ist. Unterm Strich geht es nur darum, Franks Mord aufzuklären, ob er, Ralph, darüber seinen Job verliert, ist zweitrangig.
Howard Gold und Marcy besuchen deren Mann im Gefängnis und überbringen ihm die frohe Botschaft von dem Video, das ihn eindeutig identifiziert. Dennoch wird man abwarten müssen, was bei der offiziellen Anhörung herauskommt, bevor Terry auf freiem Fuß ist. Howie trägt Terry auf, darüber nachzudenken, ob er in Cap City andere nachvollziehbare Spuren hinterlassen hat.
Nach denen sucht mittlerweile auch Ralph, doch tatsächlich sind Fingerabdrücke im Hotel eine utopische Vorstellung, und die Sicherheitskameras zeigen nichts Überraschendes, denn wie im Coben-Video ist Terry mehrmals gut zu erkennen. Dann hat Ralph eine Eingebung und schaut bei einem nahegelegenen Buchladen vorbei. Bingo: Terry war hier, hat sich für ein seltenes Buch interessiert, es dann aber aufgrund des zu hohen Preises wieder zurückgestellt. Ralph erwirbt es und überprüft es selbst auf Fingerabdrücke: Es sind eindeutig Terrys.
Als er dies Bill Samuels und dem von Anfang an involvierten Detective Yunel Sablo mitteilt, macht Samuels klar, dass dieses spezielle Beweisstück durchaus verlorengehen könnte, doch Ralph weigert sich und reiht das Buch in die offizielle Beweiskette ein.
Dieser Fall droht, ihn in den Wahnsinn zu treiben. Von Jeanette dazu ermuntert, fährt Ralph zum Gefängnis und bittet um eine Unterredung mit Terry. Der ist relativ gefasst, kann sich die ganze Sache ebenso wenig erklären wie der Polizist und ist nur heilfroh, Beweise für seine Anwesenheit in Cap City zu haben, sonst würde er wohl in Rekordgeschwindigkeit unschuldig hingerichtet werden. Ralph fragt ihn unter vier Augen ganz offen: Hat Terry Frankie umgebracht? Terry verneint das so aufrichtig, dass Ralph ihm endlich glauben will, aber er kann es nicht.

Vorführung vor dem Haftrichter 16. Juli

Platzhalter-Cover für Werbezwecke
Auf dem Weg zur Vorladung konfrontiert Ralph Howie Gold mit den ersten Ergebnissen der DNS-Auswertung: Das auf dem Opfer gefundene Sperma stammt eindeutig und unzweifelhaft von Terence Maitland. Auch wenn diese Information Howie schockiert, kann Ralph sich daran nicht ergötzen, denn das macht den Fall auch für ihn nur noch unmöglicher.
Obgleich Ralph dies nach seiner absichtlich öffentlichen Verhaftung hätte vorhersehen müssen, ist er nicht darauf vorbereitet, was ihn vor dem Gerichtsgebäude erwartet. Eine Schar von Reportern vermischt sich mit einem lynchbereiten Mob, der schnell einen die Todesstrafe fordernden Sprechgesang anstimmt. Terry wird bespuckt, er und seine Frau aufs Wüsteste beschimpft - Terry kann nicht fassen, wie sehr die Stimmung gegen ihn allein aufgrund der Anklage umgeschwungen ist. Ralph fühlt sich hilflos, denn die Polizei ist aufgrund der vielen Sommerurlaube unterbesetzt, es gelingt ihnen nur mit allergrößter Mühe, die Meute in Schach zu halten. Ralph fällt ein Mann mit starken Verbrennungen und einem seltsamen gelben Kopftuch auf, der ihn später noch heimsuchen wird.
Doch niemand hat Ollie Peterson auf dem Schirm. Der 17-jährige Bruder des Mordopfers zieht einen Revolver, brüllt Terry an, der habe seinen Bruder und seine Mutter auf dem Gewissen. Ollie kann drei Schüsse auf Terry abgeben, bevor Ralph ihn mit einem Kopfschuss richtet. Bestürzt erkennt Ralph, dass einer der Schüsse Terry in die Brust getroffen hat, er geht neben dem Sterbenden in die Knie, will ihm die Möglichkeit geben, sich mit einem Geständnis in letzter Sekunde doch noch das Gewissen reinzuwaschen, doch Terry bleibt bei seiner Version der Dinge. Die letzten Worte des Angeklagten gelten Ralph: Wie wolle der nun sein Gewissen reinwaschen?
Marcy ist vor Kummer außer sich, beschuldigt Ralph, direkt für die Ermordung ihres Mannes schuldig zu sein, schreit Terrys Unschuldsbeteuerung in die Menge. Schon drängen sich erste Schaulustige mit ihren Handys nach vorne, und Ralph sinkt auf der Treppe zum Gerichtsgebäude nieder, den Kopf zwischen den Knien.

Schritte und Melone 18. bis 20. Juli

Zwei Tage später besucht Bill Samuels Ralph Anderson zu Hause, um ihm zwei Dinge mitzuteilen: Erstens wurde herausgefunden, dass ein 12-Jähriger namens Merl Cassidy den weißen Lieferwagen gestohlen hatte. Zweitens will Samuels sich nicht mehr wiederwählen lassen. Auch Ralph denkt darüber nach, den Job an den Nagel zu hängen, er jedoch gesteht sich ein, dass sie alle großen Mist gebaut haben, während Samuels noch immer fest davon überzeugt ist, dass Terry der Täter war - die DNS-Ergebnisse sind für ihn das Einzige, was zählt.
Er erzählt Ralph eine Geschichte, die er einmal gehört hat, es geht um ein Ehepaar, das seine Flitterwochen in der Mojave Wüste machte. Eines Morgens war der Mann verschwunden, und seine Frau folgte seinen Fußspuren im Sand, bis sie mitten auf einer Düne einfach abbrachen - der Mann wurde nie mehr wiedergesehen. So sieht Samuels diesen Fall: Die Spuren verlaufen im Sand, und obwohl Terry schuldig war, werden sie wohl nie herausfinden, wie sein Ablenkungsmanöver in Cap City funktioniert hat.
Ralph kontert mit seiner eigenen Geschichte. Als Junge schnitt er einmal eine sehr lecker aussehende Melone auf, die voller Maden und Fliegen war. Die Schale der Melone war intakt, diese Viecher konnten da gar nicht reingekommen sein, aber sie waren drin. So ist für ihn dieser Fall: Terrys Fall war für sie wie die perfekte Melone, sie haben sie öffentlich aufgeschnitten und aller Welt gezeigt, dass sie verfault ist.
Marcys zehnjährige Tochter Grace hat einen schrecklichen Albtraum, ist überzeugt davon, dass ein fremder Mann in ihrem Zimmer war. Marcy eilt zu ihr und versucht zusammen mit ihrer älteren Tochter Sarah, Grace mit Vernunft zu beruhigen: Es kann niemand dagewesen sein, denn das Zimmer im ersten Stock ist verlassen. Grace aber beharrt darauf, mehr noch, der Eindringling habe ein Gesicht wie aus Knete gehabt - und Stroh in den Augenhöhlen.
Auch Ralph, der nach der Schießerei routinemäßig vom Dienst beurlaubt wurde, kann wieder einmal nicht schlafen, mit seiner Frau diskutiert er über Edgar Allan Poes Kurzgeschichte William Wilson, bei der es um einen unheimlichen Doppelgänger geht [2], und Jeanette will wissen, ob Ralph es akzeptieren könnte, wenn die Lösung des Rätsels rund um Terry übersinnlicher Natur sei. Ralph glaubt nicht an das Übersinnliche, doch Jeanette erinnert ihn an Sherlock Holmes' altbekannte Maxime, dass, sobald man das Unmögliche eliminiert habe, das, was übrig bleibt, die Wahrheit sein müsse, egal, wie unwahrscheinlich es einem vorkommen mag. Ralph ist aber überzeugt davon, dass man deswegen nicht sagen kann, dass, sobald man das Natürliche eliminiert hat, nur das Übernatürliche übrigbleibt.
Fred Peterson ist am Ende seiner Kraft, hat innerhalb kürzester Zeit seine gesamte Familie verloren und beschließt deswegen, ihnen schnellstmöglich hinterherzueilen. Doch sein Versuch, sich zu erhängen scheitert, denn nicht nur bricht der Ast des Baumes weg, an dem er das Seil befestigt hat, es kommt ihm auch noch seine betagte Nachbarin zu Hilfe, die ihn per Wiederbelebung rettet. Doch bevor er ohnmächtig wird, hat er eine verstörende Halluzination: Ein Mann mit einem seltsamen Gesicht beobachtet ihn, es sieht so aus, als wären seine Augenhöhlen mit Stroh gefüllt.
Ralph ist bestürzt über Freds Selbstmordversuch, vor allem, weil die Ärzte davon ausgehen, dass Freds Gehirn wegen des Sauerstoffmangels unwiderbringlich beschädigt ist. Frankies Mörder hat somit die gesamte Familie Peterson ausgelöscht.
Ein weiterer DNS-Test kommt positiv zurück: Die Spuren an der Mordwaffe, dem Ast, sind eindeutig Terry zuzuordnen, was Ralph dazu bringt, wieder aktiv zu werden. Er geht einer Spur im Zusammenhang mit dem gestohlenen Lieferwagen nach und findet heraus, dass dieser von einem Parkplatz in Dayton, Ohio, gestohlen wurde, genauer gesagt vor einem Restaurant namens Tommy and Tuppence. Ralph erinnert sich an eine Aussage Terrys, der davon sprach, dass in Dayton sein Vater wohnte und dass er ihn im April besucht hatte.
Marcy kann es kaum ertragen, dass ihre Töchter zur Trauerbewältigung Terrys Lieblingsalben der Beatles hören und ist versucht, darüber wieder mit dem Rauchen anzufangen, dann hat Ralph auch noch die Nerven, bei ihr vorbeizuschauen, weil er mit ihr reden will. Marcy weist ihn von ihrem Grundstück, ist aber danach - vor allem wegen Ralphs Hinweis, dass der wahre Killer noch da draußen sein könnte - so aufgewühlt, dass sie über Howie Gold einem späteren Gespräch zustimmt, unter der Bedingung, dass Howie und Alec Pelley mit dabei sind.
Vor diesem Treffen stattet Ralph dem nach seinem gescheiterten Selbstmordversuch im Krankenhaus liegenden Fred Peterson einen Besuch ab. Tatsächlich sind dessen Vitalfunktionen minimal, und an seinem Krankenbett resümiert Ralph düster den Kollateralschaden, den die Ermordung von Freds Sohn nach sich gezogen hat: Nicht nur ist die gesamte Familie Peterson so gut wie ausradiert; Marcy und ihre Töchter sind für den Rest ihres Lebens geschädigt, Ralph selbst und seine Familie gebrandmarkt.
Immer wieder gehen Ralph dieselben Ungereimtheiten aus den Zeugenaussagen durch den Kopf: Warum schien Terry die Zeugin Willow Rainwater nicht zu kennen? Weshalb fragte Terry einen anderen Zeugen, wo in Flint City ein Arzt sei, wenn er doch schon ewig hier lebte? Weshalb sollte er in Dayton einen Van stehlen statt gleich in Flint City?
Beim Gespräch mit Marcy, Howie und Alec erfährt Ralph, dass Terry und seine Familie im April drei Tage in Dayton verbrachten, um Terry die Gelegenheit zu geben, seinen an Alzheimer leidenden Vater zu besuchen - eher Pflichtbesuche ohne die Familie, da Terry und sein Vater sich auseinandergelebt hatten und Terry nur dem Wunsch seiner verstorbenen Mutter nachkommt. Sarah stößt dazu und trägt die vielleicht einzigen Informationen bei, die Ralph weiterbringen könnten: Am letzten Tag ihres Aufenthaltes war Terry im Altenheim mit einem Pfleger zusammengestoßen und hatte sich einen leichten Schnitt am Handgelenk zugezogen, der allerdings schnell verarztet war. Zudem erinnert sie sich daran, dass sich das Restaurant Tommy and Tuppence, vor dem der Lieferwagen geklaut wurde, in unmittelbarer Nähe ihres Hotels war.
Entgegen der Vorschriften erklärt Yunel Sablo sich bereit, den beurlaubten Ralph in den neusten Stand der Ermittlungen einzuweihen, denn es wurden die Klamotten von Frankies Mörder gefunden, die dieser getragen hatte, nachdem er seine blutige Kleidung gewechselt hatte. Das ganze untersteht zwar der Jurisdiktion des Countys, nicht der Stadtpolizei, dennoch ist Ralphs Kollege Jack Hoskins dorthin unterwegs. Da der jedoch einen Abstecher in eine Bar macht, um sich einen im Dienst eigentlich verbotenen Wodka zu gönnen, kommt der zu spät zu der Scheune, wo man den Fund gemacht hat, alle sind schon wieder weg. Und doch spürt Hoskins eine Präsenz, glaubt, jemanden in den Schatten der Scheune zu sehen, dann streichen ihm unsichtbare Finger über den Nacken, doch als Hoskins herumwirbelt, ist niemand da. Schnell zahlt er Fersengeld ...

Gelb 21. bis 22. Juli

Yunel Sablo hat einige seltsame Neuigkeiten für Ralph. Da sind zum einen Fingerabdrücke auf einer Gürtelschnalle. Diese gehören zwar zu Terry, doch sehen sie aus wie die von einem über 80-Jährigen. Am seltsamsten ist sicherlich eine sonderbar klebrige Masse, die am Boden der Scheune, auf den Klamotten und auf Heuballen gefunden wurde. Auf den ersten Blick sieht es aus wie Sperma, was in der Masse jedoch unmöglich wäre, zudem ist das Heu an den beschmutzten Stellen schwarz verfärbt. Ralph erzählt Yunel von der kleinen Schnittverletzung, die Terry möglicherweise von einem zu langen Fingernagel erhielt - ein solch langer Fingernagel war wiederum Terry in einem Zeugenbericht zugeschrieben worden. Wie passt das zusammen?
Zuguterletzt hat man nicht sämtliche Klamotten von Terry gefunden, denn das gelbe Hemd fehlt, das einige Zeugen in ihrer Beschreibung erwähnt hatten. Gelb ... Da erinnert Ralph sich an den Mann mit den vielen Verbrennungen, den er kurz vor der Erschießung Terrys am Gerichtsgebäude gesehen hatte und der eine Art gelbes Kopftuch getragen hatte. Konnte es sich dabei um das vermisste Hemd gehandelt haben?
Jeanette kennt sich mit Computern besser aus und findet für ihn schnell die Filmaufnahmen von Terry Maitlands Ermordung, die im Internet gelandet sind. Ralph durchsucht die Menge nach dem Verbrannten, der nirgends zu sehen ist. Er erinnert sich daran, ihn gleich hinter einem Typ mit einem Cowboyhut gesehen zu haben - der ist drauf, der Verbrannte nicht. Jeanette erinnert das an Dracula, der kein Spiegelbild hat. Ist dieser Typ ein ähnlich übernatürliches Wesen, das nicht gefilmt werden kann? Ralph bemerkt, dass sie wirklich beginnt, an das Übernatürliche zu glauben, dass sie Angst hat, Ralph könnte dieses Wesen durch seine Nachforschungen verärgern. Ralph jedoch weist diesen Unsinn von sich, der gegen alles geht, woran er glaubt. Er ist es Terry und dessen Familie schuldig, die Wahrheit, die reale Wahrheit aufzudecken.
Ein Albtraum treibt die kleine Grace Maitland dazu, Howie und Ralph zu kontaktieren, denn wieder ist ihr der gruselige Mann erschienen, dessen Gesicht sie als "nicht ganz fertig" beschreibt. Er wird aufhören, sie zu verfolgen, wenn sie Ralph etwas ausrichtet: Er soll aufhören, nach ihm Ausschau zu halten.
Alec Pelley will der Sache in Dayton, Ohio, nachgehen, doch ist er zu überlastet. Da erinnert er sich an einen Kollegen, mit dem er einst dort zusammenarbeitete und ruft bei dessen Firma "Finders Keepers" an. Doch die Frau am anderen Ende, Holly Gibney, muss Alec eröffnen, dass Bill Hodges vor zwei Jahren an Krebs verstorben ist. Doch ist sie bereit, an seiner statt den Fall zu übernehmen. [3]
Zu Teil II der Inhaltsangabe

Anmerkungen zur Inhaltsangabe

  1. Diese Überschneidung von Fingerabdrücken vs. Alibi erinnert sehr an die Ausgangslage in Stark (vgl. etwa Kapitel 7).
  2. Diese Geschichte hat King nachweislich zu Der Outsider inspiriert.
  3. Hodges und Gibney sind natürlich die Hauptfiguren der Bill Hodges Trilogie.


V E Artikel zu Der Outsider
RomanRezensionenInhaltsangabe (Teil I,Teil II) • Serienprojekt • Coverpage
Charaktere: Ralph Anderson • Jeanette Anderson • Terence Maitland • Marcy Maitland • Bill Samuels • William Wilson • Frank Peterson • Fred Peterson • Ollie Peterson • Alec Pelley • Outsider

Schauplätze: OklahomaMarysville-Höhle
Sonstiges: Edgar Allan PoeFinders Keepers (Agentur)El CucoAußenseiter