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Der Buick: Rezension

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Croaton (5 / 5)

Ähnlich wie in der Kurzgeschichte Der rasende Finger (und weit erfolgreicher als in Colorado Kid) konfrontiert uns Stephen King hier mit der Welt des schlicht Unerklärlichen. Während Howard Mitla den Finger jedoch nicht hinterfragt, ist es Ned Wilcox, der den Haupterzähler der Geschichte, Sandy Dearborn, immer wieder auffordert, ihm Lösungen anzubieten. Was ist der herrenlose Buick, wo kommt er her, wem gehört er, wie tut er das, was er tut?

Sandy verzweifelt zunehmend an diesen Fragen, da es ihm nicht gelingt, Ned begreiflich zu machen, dass der Buick einfach nur ist. Alle Versuche, ihn zu katalogisieren, zu erklären oder gar vorherzusagen, scheitern kläglich. Woher kommen die Ausgeburten des Buicks? Wer ist der Mann in einem schwarzen Mantel? Niemand weiß es. Zwar wird Sandy ein Blick in eine andere Dimension erlaubt (der ihm zumindest bestätigt, dass Ennis Rafferty und Brian Lippy in der Tat vom Wagen 'verschluckt' wurden), aber schlau wird er aus dem, was er da antrifft, nicht.

Der Buick ist eine Metapher für die Rätsel in unserem Leben - und da er nichts Positives erschafft, sogar für die alte Frage: Warum gibt es das Böse in der Welt? King hat zwar keine neue, aber eine unbequeme Antwort: Darum. Sandy lässt Ned immer wieder auflaufen, nicht, weil er dies genießt, sondern weil er einfach auch nicht weiter weiß.

Leser, die auf eine Erklärung warten, werden enttäuscht, aber gerade das ist der Reiz der Geschichte. Ich etwa habe beim ersten Lesen in der Tat gehofft, dass King sich nicht irgendeine Erklärung aus den Fingern saugen wird, die mir den Schluss verdorben hätte. So aber ist alles perfekt. Richtig, im Gesamtuniversum des Autors gibt es Lösungsansätze: Der Wagen gehört wohl einem der Niederen Männer aus der Welt von Roland Deschain - doch Wesen, wie der Wagen sie hervorbringt, gibt es auch dort nicht, womit also doch noch nicht alles klar ist ...

Ich war skeptisch, als ich das Buch begann. Ein Wagen, der fast über das gesamte Buch in einem Schuppen steht, soll Spannung erzeugen und Interesse wecken? Er tut es, was wohl auch auf die einmalige Erzählstruktur zurückzuführen ist, die keine Langeweile aufkommen lässt. Verschiedene Ich-Erzähler wechseln sich kapitelweise ab (die Erzähler sitzen auf einer Bank und berichten Ned von ihren Erlebnissen), immer wieder springt die Handlung jedoch aus dieser Präsens-Perspektive in die Vergangenheit, wo dann von allen in der 3. Person die Rede ist. Klingt verwirrend, ist aber beim Lesen leicht nachvollziehbar und abwechslungsreich.

Dieser Roman gehört zu den wenigen, die ich bereits mehr als 4x gelesen habe (das genaue Zählen habe ich aufgegeben) - und ich weiß, dass er mich auch beim nächsten Mal wieder faszinieren wird.

SonjaLiebscher (4 / 5)

Ich habe ihn gelesen, und an manchen Stellen habe ich gelacht! Ich meine: Ein Auto, das Dinge ausspuckt? Eigentlich doch ganz witzig- aber King hat die Idee spannend und fesselnd auf etwas mehr als 400 Seiten gebannt. Schmunzeln musste ich auch über die Dinge, die da aus dem Buick rauskommen (wie kommt man auf so etwas?).

Gut fand ich auch, dass sich die Erzähler abwechseln und sich die Handlungszeit ändert- es wird zwischen "Damals" und "Jetzt" hin und her geswitcht- was King besser hinbekommt, wie es einem jetzt vielleicht vorkommt... Außerdem beginnt die Handlung ziemlich mit dem Buch, und nicht erst auf Seite 200 wie in anderen seiner Romanen!

Ein echter King, der Fragen aufwirft, sie aber nicht beantwortet- der aber schöne Schlüsse ziehen lässt! Nicht nur für Fans ein Muss!

Wörterschmied (3 / 5)

Der Buick gehört zu der Art von Geschichten, die ich am liebsten habe: Viele Fragen, und wenige Antworten - hier darf man noch selbst die Punkte verbinden.

Allerdings rutscht King hierbei etwas zu sehr ab: Während einige Stellen etwas zu weit gehen (Experiment #734: Von zwei Scheiben Toast wurde eine leicht geröstet. #735: Diesmal bestreichen wir die zweite Scheibe mit Butter...), gehen viele Situationen nicht weit genug. Ich hätte mir einen Gegenspieler (wie Rudolph Junkins in Christine oder Johnny Leandro in Das Monstrum) gewünscht, welcher den Geheimnissen auf die Spur geht und gefährliche Entdeckungen an die Öffentlichkeit bringt. Das Szenario "Leben mit der ständigen Gefahr" wird hier zu sehr überbewertet: Man könnte den Buick einfach im Schuppen lassen, die Fenster und Türen vernageln und das wär's. Aber nein: Alle fünf Minuten muss ein Polizist in den Schuppen B, um einen Kieselstein ins Reifenprofil zu drücken oder eine Staubflocke auf die Motorhaube zu legen. Natürlich immer dann, wenn niemand dabei ist, der ein Sicherheitsseil halten kann... als hätte das Seil in irgendeiner Szene geholfen!

Leider ging die "akute Gefahr" des Buicks an mir fast völlig vorbei. Könnte ich auch Gefahrenzulage anfordern, wenn ich einen zweifelhaften Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg als Briefbeschwerer benutzen würde? Nein, denn es gibt absolut keinen Grund oder eine Notwendigkeit nicht einfach einen Stein, ein dickes Buch oder etwas anderes Harmloses dafür zu verwenden! Genau so eine Pseudogefahr ist der Buick. Lasst ihn einfach in Ruhe, dann passiert auch nichts!

King hätte lieber eine Kurzgeschichte oder Novelle daraus machen sollen, denn selbst Sandy Dearborn sagt, dass jede weitere Anekdote nur noch eine Wiederholung eines altbekannten Phänomens wäre und eigentlich immer das gleiche passiert: Irgendwas fliegt aus dem Kofferraum und stinkt. Lediglich Mr. ETs Ankunft war spannend und neuartig. Hätte King lediglich diese Szene, wo die Polizisten ein "denkendes Wesen töten" als Kurzgeschichte dargestellt und das Warum, Wieso, Weshalb offen gelassen, wäre die Geschichte vielleicht spannender gewesen.

Beim Lesen kam mir nur selten der Gedanke, dass ich einen Roman lese. Vielmehr waren die einzelnen Erscheinungen zu episodenhaft und ohne Auswirkungen oder Nachspiel, sodass ich an eine Kurzgeschichtensammlung denken musste. Ich hatte keine Probleme, das Buch nach einer "Episode" einfach zu schließen und vier Tage nicht mehr anzufassen, was vor allem auch an den Rahmenhandlungen lag und an Ned Wilcox, einem für mich egoistischen und eingebildeten Kind, der wie ein Kind immer noch eine weitere Gutenachtgeschichte hören wollte, um das Zubettgehen zu verzögern.

Fazit: King hätte hier die Absurdität und den Surrealismus noch weiter treiben können: Ich hätte gerne kleine grüne Käfer gehabt, die unbemerkt aus dem Buick und in die Kanalisation gelangen, um dort aus Rohren und Waschbecken oder Duschabflüssen herauszukommen und Tante Talitha beim Schlafen in den Mund kriechen! Die knappen 3 Punkte gibt es für die dennoch vorhandene Absurdität und die originelle Entstehungsgeschichte.

Mr. Dodd (3 / 5)

Ein mysteriöser Mann parkt einen mysteriösen Buick an einer Tankstelle, danach verschwindet er. Die Polizei stellt ihn in einen Schuppen und der Buick macht immer wieder seltsames Zeug.

Wars das schon? In der Tat ja, denn das ist die Handlung des ganzen Romans. Es gibt keine Erklärungen, keine richtige Handlung, ja noch nichtmal Sinn ergibt das ganze und es kommt einem so vor, als ob man fünfmal die gleiche Geschichte erzählt. Der Buick ist ähnlich wie Gregor Samsas Verwandlung in Franz Kafkas Werk Die Verwandlung. Er ist einfach da, von jetzt auf nun, wie vom Himmel gefallen. Erklärungen brauchen wir keine, warum auch, es zählen die Reaktionen der Polizisten.

In keinem Roman geht King meiner Meinung nach schlechter mit einem übernatürlichen Ereignis um, sonst begründet er wenigstens teilweise. Hier absolute Fehlanzeige, das Ding ist da, habe das zu schlucken Leser.

Was bis hierher wie eine 0-Punkte-Meinung klingt, wird aber nun revidiert. Seit Silent Hill und allgemein habe ich eine Vorliebe für paranormale Wesen, die nichts mit unserer Realität zu tun haben. Und wie King das darstellt ist perfekt gelungen. Alle Wesen, die Fledermaus, der Fisch, die Käfer, die Blätter und das E.T.-Wesen sind so dargestellt wie es bei allen Wesen aus einer anderen Realität sein müsste: Sie gehören nicht in unsere Welt, sie passen nicht hierher, unsere Sinne können so etwas nicht vertragen und stoßen es allein ab, weil es ganz und gar nicht passt. Das hat mir so gut gefallen in allen Geschichten, dass ich sogar noch gnädige vier Punkte hätte geben können, wegen dem Unterhaltswert.

Warum gibt es die nicht? Richtig da ist mal wieder meine Abneigung gegen diesen ätzenden Ich-Erzähler-Stil, diesmal gibt es von der Sorte sogar noch fünf weitere. Fünf??? Manchmal wäre ich froh wenn King nicht so sehr mit den Erzählstilen experimentieren würde und beim Standard bleibt, das ist nämlich immer noch am besten. So kann sich das Werk noch über drei Punkte freuen.

V E Artikel über Der Buick
RomanErzählstrukturInhaltsangabe (Teil I, Teil II) • Rezensionen (Roman, Original-Hörbuch) • Geplante Verfilmung • Coverpage
Charaktere: Ned WilcoxCurtis WilcoxSandy DearbornDer herrenlose BuickTony SchoondistShirley PasternakHuddie RoyerEddie JacuboisEnnis RaffertyMann in einem schwarzen MantelBrian LippyMister DillonArky ArkanianFamilie WilcoxBradley RoachBibi RothEdith HyamsMatt BabickiGeorge MorganSandra McCrackenOrville GarrettPhil Candleton
Schauplätze: Schuppen BSchwachstellenWelt des BuickStatler, PA
Sonstiges: Niedere MännerLichtbebenThermometer in Schuppen BAusgeburten des BuicksWoran man die Niederen Männer erkenntJimmy und RoslynPolizeicodesTroop D